Schweinehalter nimmt zum Vorwurf Stellung und attackiert zugleich Kritiker der Ausbaupläne / Sprecher: Um eine gute Balance bemüht

Illegales Güllelager: Großzüchter sieht übliche Praxis

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An der Schweinehaltung spalten sich die Meinungen.

Wasmerslage. „Sollte es begründete Beanstandungen an der jahrelang üblichen Praxis am Standort geben, werden wir dies selbstverständlich ändern. “ Die Mesa Agrar GmbH nimmt zum Vorwurf illegaler Güllelagerung Stellung.

Das Unternehmen spare durch das Zwischenlagern kein Geld oder verschaffe sich Vorteile anderer Art, reagiert Jörn F. Göbert, Sprecher der Geschäftsführung, auf eine AZ-Anfrage. Die Firma bewege sich im Rahmen der rechtlichen Vorgaben und werde den Behörden alle nötigen Informationen zur Verfügung stellen. Wie berichtet, hat das Landesverwaltungsamt den Schweinehalter in Wasmerslage nach Hinweisen eines Anwohners kontrolliert.

In der Anlage sei es üblich, dass in zwei Ställen Gülle kurz zwischengelagert werde, wenn diese beispielsweise aus Witterungsgründen wie gefrorenen oder zu nassen Böden nicht ausgebracht oder in der angeschlossenen Biogasanlage verwertet werden könne. „Die Ställe sind dafür technisch entsprechend ausgerüstet.“ Es bestehe keinerlei Gefahr für Mensch und Umwelt, beteuert Göbert. Zudem gehe das Unternehmen davon aus, dass dieses Verfahren von der Rechtsvorgängerin gegenüber den Behörden auch so angezeigt gewesen sei. Pikant: Die Mesa Agrar GmbH will den Komplex von aktuell fast 11 000 Tierplätzen auf mehr als 46  000 Absatzferkel erweitern. Über den Antrag ist noch nicht entschieden.

Göbert weist bei dieser Gelegenheit Kritik an einem Ausbau zurück. Der Standort in Wasmerslage sei früher einmal deutlich größer und der ursprüngliche Plan zur Erweiterung 2012 umfassender gewesen. Zudem solle nicht zuletzt in Ablufttechnik investiert werden. Sie werde die Immissionswerte um 80 Prozent senken und die Bedingungen sowohl für die Tiere als auch das Umfeld merklich verbessern. „Gemäß unserem Antrag halten wir zwar in Zahlen mehr Tiere, jedoch sind diese wesentlich jünger und kleiner als in einer Mastanlage. Daher kommen wir zu einer Reduktion der normierten Großvieh-Einheiten um 40 Prozent, zu einer Reduktion der Tiertransporte um 20 Prozent, zu einer Reduktion der Gülle- und Gärrestetransporte um 15 Prozent. Gleiches gilt für die Anzahl an Futtertransporten“, meint der Unternehmenssprecher. Und überhaupt: „Wir sind bemüht, eine gute Balance zwischen lokaler Akzeptanz und wirtschaftlicher Existenz zu finden, weshalb wir die Beantragung von 2012 auch so drastisch reduziert haben.“ Die Unternehmensgruppe, zu der die Mesa Agrar GmbH gehöre, habe von 2016 bis 2018 mehr als 25 Millionen Euro in Tier- und Umweltschutzmaßnahmen sowie weitere zwölf Millionen Euro in die Modernisierung ihrer Anlagen investiert.

Gegen eine Erweiterung der Schweinehaltungsanlage der Mesa Agrar GmbH in Wasmerslage hat sich eine Bürgerinitiative formiert. Auch die Einheitsgemeinde Osterburg, zu der das Dorf zählt, hat sich gegen eine Erweiterung ausgesprochen. Kritiker befürchten nicht zuletzt ein erhöhtes Verkehrsaufkommen sowie eine größere Geruchsbelästigung.

Von Marco Hertzfeld

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