Lucy van Kuhl präsentiert neues Programm im Kavaliershaus vor begeistertem Publikum

„Ich lag halt so dazwischen“

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Corinna Fuhrmann, alias Lucy van Kuhl, will „Küsse ohne Kaviar, Liebe ohne Lachstatar und träumen mit dir ohne Trüffelöl“.

Krumke. Corinna Fuhrmann alias Lucy van Kuhl zieht das altmärkische Publikum mit ihren Anekdoten, Gesang und Klavierspiel schnell in ihre Welt.

In der Veranstaltungsreihe „Töne und Tropfen“ im Kavaliershaus Krumke bot die Berliner Künstlerin am Freitagabend mit ihrem neuen Programm „Dazwischen“ beste Unterhaltung mit wunderbaren Chansons und Kabarett-Texten. Die Premiere ihres neuen Programms kam an und wurde von den Gästen mit viel Applaus bedacht.

Lucy van Kuhl gastiert bereits zum zweiten Mal im Kavaliershaus im Krumker Schlosspark, schon ihr Programm „Fliegen mit Dir“ hatte sie am gleichen Ort präsentiert. Inzwischen habe sie „ganz viele neue Songs“ geschrieben, erzählt sie und kokettiert gleich mit dem ersten Stück mit ihrer stattlichen Körpergröße, an der sich freilich nichts mehr getan habe seit ihrem letzten Auftritt im Osterburger Ortsteil, wie sie schmunzelnd hinzufügt. Lucy van Kuhl freut sich sehr wieder hier zu sein, vor ausverkauftem Kavaliershaus, in gemütlicher Atmosphäre.

Das Publikum im Krumker Kavaliershaus belohnte den Auftritt mit Applaus. 

Über das „Dazwischen“ kann die Liedermacherin ziemlich viel berichten. Nicht zuletzt ist sie viel unterwegs, zwischen Auftritten, verbringt viel Zeit zwischen Orten in der Bahn. Man könne auch zwischen den Stühlen sitzen und zwischen den Zeilen lesen, stimmt Lucy van Kuhl auf ihr Programm ein und gibt den Zuhörern gleich ein paar Denkanstöße mit in den Abend. Man könne zu viel Auswahl in der Wohlstandsgesellschaft haben und sich zwischen diesem und jenem nicht entscheiden können.

Sie besingt aber auch die harten Zeiten eines Lesezeichens: „Ich lag halt so dazwischen.“ Überhaupt versetzt sie sich gern in die Dinge hinein. Sehr amüsiert lauscht das Publikum der Geschichte vom Innenleben eines Smartphones, das gern einen anderen Besitzer und damit auch andere Apps gehabt hätte. Auch melancholische Töne schlägt sie an. Dabei nimmt sie auch Partnerschaften in den Blick, deren Glück sie sich unabhängig von kulinarischen Hochgenüssen und Sterneküche wünscht: „Ich will Küsse ohne Kaviar, Liebe ohne Lachstatar und träumen mit Dir ohne Trüffelöl.“ Humorvolle, aber auch nachdenkliche Töne und Situationen aus dem Leben, die man so oder ähnlich selbst auch kennt.

Passend zum Programm serviert das Team des Kavaliershauses um Annegret Spillner zwischen diesen und jenen Tönen stets ein paar gute Tropfen. Bei Wein und diversen Flammkuchen, die über den Tresen wandern, vergeht das rund zweistündige Konzert schnell. Und nach den Zugaben kommt dann die Stimme von Lucy van Kuhl doch noch an ihre Grenzen. Die aktuelle Erkältungswelle hat auch sie erwischt, aber das merkt der Zuschauer, wenn überhaupt, nur „dazwischen“.

Von Romy Richter

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