Keine speziellen Behälter in Osterburg

Hundedreck: Stadt bleibt ohne Toilette

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Hundetoiletten gibt es in verschiedenen Ausführungen.

Osterburg. Dass in Osterburg so mancher Haufen zum Himmel stinkt, weiß auch Nico Schulz. Und dennoch soll es auch zukünftig keine Hundetoiletten geben.

Was in der Kreisstadt Stendal und anderswo längst an ausgesuchten Orten steht, werden Frauchen und Herrchen in Osterburg weiterhin vergebens suchen. „Die Behälter für die Hinterlassenschaften der Vierbeiner haben sich bei uns einfach nicht bewährt“, ist der Bürgermeister überzeugt. Vor etwa 15 Jahren standen noch einige der speziellen Boxen im Stadtgebiet. „Sie wurden aber oft für anderen Abfall missbraucht, die Tüten sind zudem herausgezogen und umhergeworfen worden. Vandalismus war quasi an der Tagesordnung“, sagte der CDU-Mann kürzlich bei einer Veranstaltung vor Senioren.

„Die Haufen der Hunde liegen links und rechts verteilt, und das in einigen Bereichen in Osterburg“, schimpfte eine Frau. Selbst im sonst so idyllischen Norden der Biesestadt seien mitunter Tretminen in beachtlicher Zahl zu finden. Darüber hinaus gelten das Areal rund um die Nicolaikirche, die Wallpromenade und nach wie vor die Breite Straße als besonders betroffen. „Einmal reingetreten, ärgert man sich dann den ganzen Tag darüber. Schuld ist aber nicht die Stadtverwaltung, vielmehr müssen die Hundebesitzer korrekt handeln. Und: Wir alle müssen uns vielleicht gegenseitig ein wenig erziehen“, hieß es in der Runde weiter.

Der Bürgermeister hörte aufmerksam zu und schien sich in Gedanken Notizen zu machen. Und ja, immer wieder einmal sollen einige Bürger einfach ihren Hausmüll unerlaubt in öffentlichen Papierkörben entleeren. „Wir schauen genau hin, doch es ist schwer, die Leute zu erwischen.“ In diesem Zusammenhang informierte das Stadtoberhaupt: Zwei, drei Abfallbehälter an der Breiten Straße sollen erneuert werden und an der Poststraße soll ein Müllkorb neu hinzukommen. Schulz: „Wir wissen, wie wichtig den Einwohnern Ordnung und Sauberkeit sind.“ Und den Touristen ebenfalls, die Einheitsgemeinde wolle ja im Fremdenverkehr zulegen.

Und in der Hundefrage sei die Rechtslage eigentlich klar: Wer mit seinem Vierbeiner unterwegs ist, muss den Kot aufnehmen. Ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes hält die Augen offen, ermahnt, Strafen soll es möglichst nicht geben. Die Kommune setzt nach wie vor auf die Einsicht der Hundebesitzer (die AZ berichtete).

Von Marco Hertzfeld

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