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Huchthausen an der Spitze

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Ehefrau Regina (r.) und Tochter Anke warteten bereits auf den frisch gebackenen Weltmeister. Lothar Huchthausen brachte zwei Edelmetalle von den Senioren-Weltmeisterschaften mit nach Hause. © Kobelt

Jyväskylä/Arneburg. Am Wochenende noch auf dem Werfertag in Stendal erfolgreich, reiste der altmärkische Seniorensportler Lothar Huchthausen vom SV Rot-Weiß Arneburg in der vergangenen Woche zu den Leichtathletik-Weltmeisterschaften der Senioren in das finnische Jyväskylä.

Huchthausen vertrat dabei als Einziger die Altmark unter den fast 3000 Athleten, die vom 3. bis 8. April in Finnland an den Start gingen.

Bereits das stürmische und regnerische Wetter in der Heimat machten die letzten WM-Vorbereitungen schwer, doch als der Arneburger am Montag in Helsinki aus dem Flugzeug stieg, traute er seinen Augen kaum. „Überall wo man hinsah, war zentimeterhoher Schnee“, erzählte Lothar Huchthausen im Pressegespräch von seinen ersten Eindrücken. Nach ordnungsgemäßer Anmeldung und dem Check-In bereitete sich Huchthausen auf seine erste Disziplin am Dienstag vor. Unter winterlichen Verhältnissen mit eisiger Kälte und knapp 20 Zentimeter Neuschnee errang er mit 34,82 Metern den fünften Platz im Hammerwerfen. Körperlich leicht angeschlagen, wollte sich Huchthausen dann erst einmal ein wenig erholen und machte daher seine Würfe im Gewichtwurf am Mittwoch ungültig. Doch bereits am Donnerstag ging es wieder Berg auf und es folgte ein weiterer fünfter Platz mit dem Diskus (34,10 Meter). Die ersten Jubel-Schreie gab Huchthausen dann beim Kugelstoßen am Freitag von sich. In einem packenden Zweikampf war er bis zum fünften Wurf seinem norwegischen Konkurrenten Solberg Kjartan überlegen, bis dieser mit fünf Zentimeter an Huchthausen vorbeizog und ihn damit auf die Silbermedaille platzierte. Mit 12,16 Metern gab sich der Altmärker jedoch auch mit dem zweiten Platz sehr zufrieden. Am Sonnabend geschah dann der lang ersehnte Traum des Weltmeistertitels. Huchthausen setzte sich im Speerwurf gegen den Weltrekordhalter Paavo Niemela aus Finnland durch und sicherte sich mit 42,60 Metern die Goldmedaille. Mit deutlichem Abstand belegte der Finne mit 41,72 Metern den zweiten Platz, und Bronze bekam der Norweger Knut Henrik Skramstad (35,49 Meter).

Nach einer kleinen Siegesfeier am Abend startete Sonntagfrüh die Heimreise. Ungeduldig wartete bereits am Flughafen in Berlin-Tegel ein Teil der Familie, um den frischgebackenen Weltmeister in Empfang zu nehmen. Um so schöner und ehrenvoller wurde dann auch das familiäre Osterfest in der heimischen Elbestadt.

Von Benjamin Kobelt

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