Denkmalpfleger fordern weitere Unterlagen

Hochzeitskirche: Der Segen bleibt vorerst aus

+
Das kulturhistorisch wertvolle Gotteshaus soll sich zur Hochzeitskirche für alle mausern.

Orpensdorf – Im Streit um eine Hochzeitskirche in Orpensdorf spielt der Landkreis den Schwarzen Peter zurück an die religiöse Gemeinde. „Bei diesem Vorhaben liegen die Antragsunterlagen noch nicht vollständig vor“, heißt es auf Nachfrage der AZ aus der Denkmalschutzbehörde.

Der Bauherr müsse schlichtweg noch fehlende Papiere nachreichen. Erst dann könne über eine Genehmigung entschieden werden. „Besonders bei Bauvorhaben, die gefördert werden, sollte eine sorgfältige Kostenplanung im Interesse des Bauherrn sein“, heißt es von der zuständigen Sachbearbeiterin, ohne dass diese genauer werden kann oder will.

Schäden wie diese treten immer wieder auf.

Norbert Lazay bangt derweil weiter um das Leader-Projekt. Nach seiner Ansicht hakt es bei der Frage nach der Dachabdeckung, was denkmalrechtlich wirklich nötig ist und was nicht. Der Pfarrer aus Gladigau drängte kürzlich in der AZ auf einen Kompromiss. Wenn nicht alle nötigen Unterlagen bis spätestens 31. Januar im Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten vorlägen, rücke alles auf null und der Antrag der Kirchengemeinde müsse gänzlich neu gestellt werden. In der einzigen Rokoko-Kirche der Altmark sollen zukünftig auch standesamtliche Hochzeiten stattfinden dürfen.

Die Denkmalpfleger des Landkreises listen den Arbeitsstand penibel auf. Der Antrag ging demnach am 6. Dezember 2017 ein. In Mai und Juli und auch danach sei immer wieder an noch fehlende Unterlagen erinnert worden. Nach einem Planerwechsel habe es Ende September ein Gespräch mit dem neuen Architekten gegeben. Im Oktober setzten sich Denkmalschutz, Bauherr und Architekt noch einmal an einen Tisch. Zumindest ein Teil der fehlenden Papiere sei Anfang Dezember eingetroffen. Das Landesamt für Denkmalpflege schaut seit gestern schon einmal auf das Vorhaben.

„Krankheitsbedingte, personelle Ausfälle in der Denkmalschutzbehörde liegen nicht vor“, will der Landkreis einem möglichen Kritikpunkt vorgreifen. Im Gegenteil: „In der Denkmalschutzbehörde ist ein hohes Arbeitsaufkommen vorhanden. Mit zwei Sachbearbeitern gewährleisten wir, dass nach Vollständigkeit der Unterlagen innerhalb von zwei Monaten die denkmalrechtliche Genehmigung erteilt wird.“ Und noch einmal: Für Orpensdorf fehlten eben immer noch Papiere. Die 1747 errichtete Rokoko-Kirche ist ob ihrer besonderen kulturell-künstlerischen Bedeutung als Kulturdenkmal anerkannt.

VON MARCO HERTZFELD

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare