Theater an der Karlstraße lädt zum Tag der offenen Tür ein / Neuer Intendant ab August

Hinter die Kulissen geschaut

+
Viel zu hören und zu sehen gab es beim Tag der offenen Tür im TdA.

Stendal. Unter dem Motto „Hereinspaziert in die Menagerie, Ihr stolzen Herrn, Ihr lebenslust’gen Frauen“ öffnete Sonntagnachmittag das Stendaler Schauspielhaus an der Karlstraße seine Pforten.

Und zum letzten Mal konnte Noch-Intendant Alexander Netschajew Alt und Jung in den Räumlichkeiten der Theaterstätte begrüßen. Netschajew hatte seinen Vertrag am Theater aus persönlichen Gründen gekündigt (AZ berichtete). Der Hauptausschuss des Stendaler Stadtrates hatte sich in einer Sondersitzung im August 2017 dafür entschieden, Wolf E. Rahlfs zum 1. August 2018 zum Intendanten zu bestellen.

Mancher Gast ließ sich sogar als Zauberer verkleiden.

Hereinspaziert sind am Sonntag unzählige große und kleine Besucher zum Tag der offenen Tür, um einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Ausschnitte aus Stücken wie „Der singende Waschsalon“ oder „Ronja Räubertochter“ mit den Mini- und Jungmärkern lockten viele Zuschauer vor die jeweiligen Bühnen. Aber auch die Führungen durch den Kostümfundus und die technische Abteilung waren beliebt. Musikalische Lesungen, Musikdarbietungen und öffentliche Proben waren weitere Unterhaltungspunkte im Stendaler Theater. Für die kleinen Gäste standen Kostümprobe, Maskenbasteln und Kinderschminken auf dem Programm.

Der Andrang an den Stationen war groß. 

Die kleine Pia wurde zu einer Prinzessin und der Stendaler Rolf-Dieter Beese verwandelte sich zum Zauberer. Er war schon lange nicht mehr im Theater und findet lustige Sachen toll, erfuhr die AZ im Gespräch. Unter dem Begriff „Wertvoll“ konnten Interessierte auf Notizzetteln festhalten, was für sie wertvoll ist. Die „heiligen Hallen“ des Schauspielhauses wurden im Sturm erobert. Auch der Förderverein der Kulturstätte gab einen Einblick in seine Arbeit. Den überregional bekannten „kulturellen Leuchtturm der Altmark“ weiter voranzutreiben, die Jugendarbeit zu fördern sowie die künstlerischen Rahmenbedingungen zu verbessern, das seien aktuell die Hauptanliegen der Vereinsmitglieder, hieß es vor Ort.

Intendant Alexander Netschajew und das Schauspielensemble hielten für die großen und kleinen Besucher also viele Überraschungen bereit. Die „besondere Publikumsnähe“, welche das Ensemble gepflegt hat, soll auch nach unter Netschajews Nachfolger Wolf E. Rahlfs beibehalten werden. Dieser wurde 1977 in Hannover geboren und studierte Schauspiel in Liverpool sowie Regie in London und Toronto (Kanada). Er lebt im Moment in Bruchsal (Baden-Württemberg) und Berlin. Wolf E. Rahlfs will nach eigenen Angaben Vorgefundenes bewahren und die vielseitige Laientheaterbewegung noch weiter fördern.

Von den insgesamt 36 Bewerbern waren zehn Aspiranten in der engeren Wahl. Nach deren persönlicher Vorstellung im Hauptausschuss votierte das Gremium für den gebürtigen Hannoveraner.

Von Ute Krug

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare