Netz aus 33 Sirenen soll engmaschig bleiben / Stadtwehr mag es auch laut und traditionell

Sie heulen schier unverwüstlich

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Die Sirene auf dem Schlauchturm des Osterburger Gerätehauses. Im Hintergrund ist die Nicolaikirche zu sehen.

Osterburg. Der Ton geht einem durch Mark und Bein. Er dauert eine Minute und wird zweimal unterbrochen. Die Brandschützer rücken aus. Die Einheitsgemeinde Osterburg verfügt über ein engmaschiges Sirenennetz. Das soll auch so bleiben.

Insgesamt sind 33 Anlagen in Betrieb. Sie stammen mindestens aus DDR-Zeiten und könnten zum Teil noch älter sein. Bundesweit sollen seit den 1990er-Jahren mehrere 10.000 Sirenen abgebaut worden sein. „Wir setzen und vertrauen auch weiterhin auf beides, den Funkmeldeempfänger und die Sirene. Das hat sich bewährt“, sagt Reiner Barrey, der in den elf Ortschaften mit all ihren Ortsteilen für den Brandschutz zuständig ist.

Im Ernstfall löst die Leitstelle in Stendal den Einsatz aus, für die Kernstadt Osterburg nachts oftmals still über den „Pieper“, tagsüber heulen gern die Sirenen. Eine befindet sich auf dem Gerätehaus, eine zweite auf dem Turm der Nicolaikirche und die dritte steht an der Fröbelstraße. Die 24 Feuerwehren der Einheitsgemeinde haben mindestens eine Sirene im Ort. Über jeweils zwei Anlagen verfügen Rossau, Flessau und Walsleben, wobei davon im drittgenannten Dorf auch schon eine moderne elektronische dabei ist. Barrey: „Wir nutzen überwiegend Motorsirenen, sie sind nicht minder verlässlich und relativ robust.“

In Krumke sind seit einiger Zeit weder Feuerwehr noch Sirene vorhanden. Eine neuzeitliche Anlage würde mit allem Drum und Dran schnell einmal bis zu 10.000 Euro kosten. Dieses Geld will sich die Kommune lieber sparen. „Zumal auch alle Vorgaben und Fristen eingehalten werden“, meint der Rathausmitarbeiter. Das heißt: Im Ernstfall soll und muss die Stadtwehr schnell genug im gut eineinhalb Kilometer entfernten Osterburger Ortsteil sein. „Das funktioniert schon alles.“

Heulen in der Kernstadt die Sirenen, hört man das auch in der hintersten Ecke. „Damit erreichen wir alle. Verkehrsteilnehmer sind aufmerksam und rechnen mit unseren Fahrzeugen“, erklärt Wehrleiter Sven Engel gegenüber der AZ. Und: „Die Bürger kriegen mit, dass ihre ehrenamtliche Feuerwehr für sie und die Stadt unterwegs ist, ein schöner Nebeneffekt“ Übrigens: Die Sirenen kämen auch im Katastrophenschutz und Zivilschutz (Verteidigungsfall) zum Einsatz. „Auch daran muss man denken. Die Töne der Sirene wären dann andere.“

Von Marco Hertzfeld

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