Heraldik kein trockenes Thema

Mit einem Präsent bedankte sich Sabine Krüger bei dem Referenten für den interessanten Vortrag.

Osterburg - Von Walter Schaffer. Zum letzten Vortrag im Frühjahrssemester hatte die Kreisvolkshochschule zu einem Vortrag in die Osterburger Bibliothek am Mittwochabend eingeladen. Diesmal drehte sich alles um das Thema Wappen.

Als Referent konnte Sabine Krüger den Osterburger Bezirkschornsteinfegermeister i.R., Günther Schoppenhauer begrüßen, der aus Elbing in Westpreußen stammt und durch die Flucht und Vertreibung 1945 zunächst nach Stendal kam. Von seinen Eltern hatte er erfahren, dass es in der Familie einst ein Wappen gegeben hatte. So kam er bereits in jungen Jahren mit der Heraldik in Berührung, die ihn sein ganzes Leben nicht mehr losließ. „Heraldik ist ein trockenes Thema, kann aber auch sehr interessant sein“, so seine einleitenden Worte .Wie interessant es wirklich war, erfuhren die Besucher nonstop in einem gut gegliederten, mit vielen Beispielfotos und herumgereichter Literatur gestalteten Vortrag.

Heraldik zählt zu den Hilfswissenschaften der Geschichtsforschung. Der Name stammt aus dem französischen und bedeutet soviel wie Wappenkunde, Wappenkunst und Wappenrecht. Abgeleitet wurde Heraldik von der Bezeichnung „Herold“ aus der Ritterzeit, der als Turnierleiter die Wappen zu prüfen hatte. Die Wappen entstanden aus Familienzeichen und Unterscheidungsmerkmalen an den Waffen. Meist waren sie auf den Schutzschilden angebracht, die besonders in den Kreuzzügen mit Teilnehmern aus vielen Nationen notwendig waren.

Wer bis jetzt glaubte, dass es einfach sei, ein Wappen zu erstellen, der irrte gewaltig. Ein Wappen zu erstellen ist die Wappenkunst, und dabei gilt es eine Vielzahl von Regeln einzuhalten. Schildteilungen, heraldische Farben, Musterungen und die richtige Darstellung von Tieren sind nur einige wenige Aspekte, mit denen die Zuschauer konfrontiert wurden. Will beispielsweise eine Familie ein Wappen tragen und dieses nach den vorherrschenden Regeln auch vererben, dann muss dieses genehmigt und in einer Wappenrolle eingetragen werden.Wappen, die nicht genehmigt werden, sind Signet-Entwürfe bzw. Logos oder auch die „Corporate Identity“. Wappen der Kommunen und Gebietskörperschaften wurden in dem Vortrag ebenfalls intensiv behandelt und dabei anhand der Gestaltung des Wappens von Dobbrun ausgegangen. Cornelia Matzat, die Vorsitzende des Kulturfördervereins östliche Altmark, konnte dazu einiges berichten, wie die geplante Wappenentwicklung mit dem Ehepaar Brückner vonstatten ging.

Viel zu schnell waren die geplanten 90 Minuten vorbei, und die Zuhörer waren sich einig, dass dies absolut kein trockener Vortrag war.

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