Mediziner wollen eigene Praxen nutzen

Hausärzte aus Seehausen und Osterburg wollen früher impfen

Verantwortliche der Verwaltung stellten Ende 2020 der Öffentlichkeit die Räumlichkeiten des Impfzentrums vor.
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Außer in Pflegeheimen und Krankenhäusern wurde bislang nur im Stendaler Impfzentrum (hier ein Bild während der Vorstellung im Dezember 2020) gegen Covid 19 geimpft
  • Tobias Henke
    vonTobias Henke
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Hausärzte aus Seehausen und Osterburg haben sich in einem Brief an Landrat Patrick Puhlmann (SPD) gewandt, da sie sich mehr Tempo bei der Impfung wünschen. Sie würden selbst gerne ihre Patienten impfen, doch der Landkreis plant dies derzeit noch nicht. Das Schreiben an den Landrat wurde bewusst noch nicht der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Osterburg/Seehausen – „Wir wollten dem Landrat erst die Möglichkeit geben, zu reagieren. Das hat er zwar, doch für uns ist das nicht zufriedenstellend“, sagt Hausarzt Dr. Volkmar Schröter aus Osterburg, der dem Landrat das Schreiben im Namen der Ärzte zugesandt hat. Laut Schröter spricht er für die Mehrheit der Mediziner in den beiden Städten.

„Wir müssen alle an einem Strang ziehen, um möglichst schnell impfen zu können“. Den Mediziner stört es, dass die Ärzte „vor vollendete Tatsachen gestellt werden“, statt in die Entscheidungsfindung mit eingebunden zu werden.

Das Zeitfenster bis zu der in Osterburg die ersten dezentralen Impfungen erfolgen sollen, sieht er als zu lang an. „Wir haben noch nicht einmal den 15. März und die zentrale Impfung in Osterburg findet erst am 15. April statt (AZ berichtete). Dieser Zeitraum sei zu lang, zumal die Zweitimpfung erst im Mai erfolgen könne.

Zwar könne natürlich nur so viel Impfstoff verabreicht werden, wie auch vorhanden sei, doch nach Auffassung von Schröter liegt von dem Anbieter Biontech genügend Impfstoff vor, der derzeit beim Landkreis „nur herumliegt.“

Die Kapazitäten bei den Hausärzten, um alle Senioren in der Einheitsgemeinde Osterburg und der Verbandsgemeinde Seehausen zu impfen, sind laut dem Mediziner vorhanden. „In Osterburg geht es um etwa 600 Personen. In einer Hausarztpraxis könnten etwa 60 Menschen geimpft werden“. Der gesamte Impfvorgang könnte an einem Tag über die Bühne gehen. An diesem Tag würde der Regelbetrieb dann in den impfenden Praxen ausgesetzt. Kollegen würden für diesen Tag dann die Vertretung übernehmen.

Bundesweit sollen die Impfungen in den Hauartpraxen nach Beratungen der Landesgesundheitsminister ab dem 19. April beginnen. Im Landkreis Stendal gibt es noch keine Signale, die in diese Richtung gehen. Hier wird zunächst einmal der Fokus auf dezentrale Impfungen in den einzelnen Städten und Gemeinden gelegt, die ab Mitte April beginnen. Bislang gab es Impfungen nur in Altenheimen und Krankenhäusern sowie im extra für diesen Zweck eingerichteten Impfzentrum in Stendal. Welche Gründe aus Sicht des Landkreises dagegen sprechen, dass Hausärzte im Landkreis in ihren Praxen impfen dürfen, war gestern bis Redaktionsschluss nicht zu erfahren.

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