Geheimnis gelüftet: „Mein Haus ist dein Haus“ soll Osterburg Landesliteraturtage bescheren

Die Hauptstadt hat einen Slogan

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Bestseller-Autor Wladimir Kaminer ist der Stargast der diesjährigen Olita, die am 13. Oktober beginnen. Wer die Landesliteraturtage 2016 prägen könnte, ist natürlich noch vollkommen offen.

Osterburg. „Mein Haus ist dein Haus – kulturelle Gastfreundschaft in der Literaturhauptstadt der Altmark. “ Unter dieser großen Überschrift sollen die 25. Landesliteraturtage 2016 in Osterburg stehen. Die Biesestadt hat sich um die Ausrichtung der Großveranstaltung beworben.

Anette Bütow, Leiterin der Stadt- und Kreisbibliothek, die um das Thema bislang ein kleines Geheimnis gemacht hatte, sagt der AZ: „Nun ist es raus. Ich hoffe, dass es gefällt. “ Der erste Teil des Themas sei einem lateinischen Sprichwort entlehnt. Und alles zusammen spiele auf die Ursprünge der alljährlichen Osterburger Literaturtage (Olita) an. Die Landesliteraturtage 1998 in Osterburg waren der Keim für die Olita. „Wir sind ja damit eh quasi der Ableger, die kleine Schwester. “.

Wenn die Landesliteraturtage tatsächlich das zweite Mal in Osterburg ausgetragen werden, könnte mit der 25. Auflage zugleich ein kleines Jubiläum gefeiert werden. Nico Schulz, der Bürgermeister der Einheitsgemeinde, ist jedenfalls ziemlich zuversichtlich, dass Osterburg den Zuschlag bekommt. Der Stadtrat stehe hinter dem Projekt, die Bewerbung sei pünktlich auf den Weg gebracht. „Nun heißt es abwarten.“ Vom Land gebe es bereits erste positive Signale. Von möglicher Konkurrenz weiß der Christdemokrat nichts. Und wann die Entscheidung falle, lasse sich momentan auch noch nicht sagen.

Bibliothekschefin Bütow und Kollegen sind derzeit auch noch nicht schlauer. Sie haben ihre Hausaufgaben gemacht, die Bewerbungsunterlagen erstellt, auch alles durchgerechnet und hoffen nun auf positive Nachrichten aus Magdeburg. Bütow geht von Kosten in Höhe von 71 400 Euro aus. Das Land übernimmt 70 Prozent der Summe. Der Eigenanteil soll durch den Landkreis Stendal, Spender und Sponsoren aufgebracht werden. „Es gab mit dem Landkreis bereits Gespräche. Wir sind optimistisch, dass alles so klappt, wie wir uns das vorstellen.“

Vom Veranstaltungsreigen würde der gesamte Landkreis profitieren, die circa 100 Angebote sollen gerecht über die Fläche verteilt werden. Möglichst viele Ort könnten somit etwas von den 25. Landesliteraturtagen in Osterburg haben. Wobei die Biesestadt vermutlich auch gar nicht ausreichend Räumlichkeiten hätte, wirklich alle Veranstaltungen in ihren Grenzen stattfinden zu lassen. Und grundsätzlich bedeutet so ein Großprojekt natürlich reichlich Arbeit, zusätzliche Arbeit, die nicht zuletzt von den Mitarbeitern der Bibliothek erledigt werden müsste. Darüber scheinen sich aber alle im Klaren.

Bürgermeister Schulz sieht Osterburg gern als Literaturhauptstadt der Altmark. Mit den Landesliteraturtagen könnte dieser Titel gerechtfertigter getragen werden. „Das Ganze ist für uns auch die große Chance, die Stadt überregional bekannter zu machen.“ Zudem kämen Literaturfreunde von fast überall her in die Ostaltmark, auch Gastronomie und Einzelhandel würden das freuen.

Von Marco Hertzfeld

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