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Für guten Zweck geboten

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Werner Bertleff fand auch für das Lasersteuergerät, das auf dem Bau verwendet wird, einen Abnehmer. Für den Mitarbeiter des Ordnungsamtes war es die letzte Versteigerung dieser Art, er geht in den Ruhestand. Fotos (2): Ziems

Osterburg. „Haben sie noch genügend Geld dabei?“, fragte Werner Bertleff gestern vom Ordnungsamt und nach einem klaren „Ja“ fuhr er fort: „Dann können wir ja weitermachen. “ Der Mitarbeiter des Ordnungsamtes agierte auf dem Hof der Verwaltung als Auktionator.

Gegenstände, die länger als sechs Monate im Depot des Fundbüros lagen, konnten erworben werden. Zunächst ging es etwas schleppend los. „Dieser Koffer hat sogar einen Antrieb“, beschrieb Werner Bertleff ein Gefährt mit Rollen und warb für die Gegenstände. So dauerte es nicht lange, bis die ersten Gebote auf dem Hof zu hören waren.

Dem bekannten Ausruf „Und zum Dritten“ folgte dabei immer wieder die Antwort: „Ach ist das schön.“ Diese kam von Marianne Albrecht-Magerl, die die Auktion aus einem ganz bestimmten Grund besuchte. „Die Sachen werden über die Rumänienhilfe Bedürftigen zu Gute kommen“, erzählte sie im Gespräch mit der AZ bevor die Düsedauerin wieder ein Gebot abgab. Besondere Freude kam über einen Kinderwagen, der zehn Euro kostete, auf. „So etwas wird dringend gebraucht“, erzählte Marianne Albrecht-Magerl. Auch sechs Fahrräder werden bald auf einem Lkw nach Rumänien unterwegs sein.

Die insgesamt 18 Drahtesel erweckten das besondere Interesse der Zuschauer und wurden alle versteigert. Einige brachten bis zu 60 Euro. Für wesentlich weniger, nämlich zehn Euro, gab es den Zuschlag für den wohl kuriosesten Gegenstand – ein Lasersteuergerät, das im Baugewerbe verwendet wird. Zu Ladenhütern wurden aber alte Handys, bei denen auch nicht ersichtlich war ob sie überhaupt noch funktionstüchtig sind. „Wir geben keine Garantie“, machte Werner Bertleff deutlich, dass bei der Stadt keine Ansprüche gestellt werden können. Für ihn war es übrigens die letzte Versteigerung. Er kann bald seinen Ruhestand genießen und bekam von Anita Pinnecke, Mitarbeiterin des Fundbüros, einen Hammer geschenkt.

Zuvor waren etliche Interessierte gekommen, um sich die Gegengstände zunächst einmal in Ruhe anschauen. Manche gingen vor Beginn der Versteigerung wieder – das Depot des Fundbüro hatte nicht für jeden Geschmack etwas zu bieten. Doch dies ist auch das Ziel. Viel mehr sollen nutzlos herumliegende Gegenstände doch noch einen Nutzen bringen.

Von Christian Ziems

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