Aus Haus an Werbener Fabianstraße 26 soll begehbares Museum werden / Arbeitskreis-Engagierte mit vielen Ideen

In die gute Stube des „kleinen Mannes“

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Aus dem Haus an der Fabianstraße 26 soll ein begehbares Museum werden. Werner Eifrig, Vorsitzender des Arbeitskreises Werbener Altstadt, will das Vorhaben in knapp zwei Jahren beendet wissen.

Werben. Ein begehbares Museum, welches die Wohnverhältnisse „des kleinen Mannes“ in der frühen Neuzeit widerspiegelt – das soll aus dem Haus an der Fabianstraße 26 entstehen.

Hergerichtet „ohne viel Schnickschnack“, ganz so „wie die Menschen damals gewohnt haben“, umschreibt Werner Eifrig ein Vorhaben des Arbeitskreises Werbener Altstadt. Ein Ziel hat sich der Arbeitskreis-Vorsitzende gesetzt: Ende 2013 soll sich das Objekt als historisches Handwerkerhaus zeigen. Das Haus, welches seit vielen Jahren leer steht, ist eines der ältesten Gebäude in Werben, die Bauart typisch für das 16. und frühe 17. Jahrhundert. Doch vieles gibt es noch zu tun.

Es handelt sich um städtisches Eigentum, Ratsmitglieder stimmten für einen Nutzungsvertrag mit dem Arbeitskreis. In diesem Jahr erfolgte schon eine Notsicherung, berichtet Eifrig. An der Hofseite des Hauses musste eine Ecke gesichert werden, ebenso wurde das Dach auf der Rückseite neu gemacht. Zu sehen ist nun eine einfache Deckung sowie eine Doppel-Deckung. Auch der angrenzende Garten bedurfte fleißiger Hände. Holunder wuchs so hoch wie das Haus. Inzwischen ist Braunkohl angepflanzt. Die Stadt nutzte Fördertöpfe, der erforderliche Eigenanteil waren Spenden aus Privatmitteln, betont Eifrig. Und so soll auch künftig verfahren werden. Nächstes Jahr stehen Holzschutz und Brandwand auf der Vorhabenliste. Fassade an der Straßenseite, Fenster und Außentür werden auf Vordermann gebracht. Ist saniert, übernimmt der Arbeitskreis in Eigenregie die Arbeiten im Innern. Innerhalb des Arbeitskreises hat sich eine Interessengruppe für das Haus gebildet, die Federführung haben Curt Pomp und Klaus Kirstein übernommen. „Der Vorstand des Arbeitskreises stärkt ihnen den Rücken“, sagt Eifrig. Er stellt sich vor, dass das Gebäude ein Anlaufpunkt für Stadtführungen werden kann. Aus Erfahrung weiß er, dass Touristen aus Großstädten gern einmal das Innere eines der als romantisch empfundenen Fachwerkhäuser kennen lernen wollen. Auch schaffe ein liebevoll gepflegtes Objekt Sympathiewerte. Mitglieder und Freunde des Arbeitskreises übernehmen später den Besucherdienst, halten das Haus ordentlich und sauber.

Das Vorhaben „Fabianstraße 26“ besitzt bei den Altstadt-Förderern zwar Priorität, aber nicht zu vergessen ist das Küsterhaus. Vis-a-vis der Johanniskirche war das Haus im 19. Jahrhundert Schulgebäude. Es gab zwei Klassenräume, einen Raum für die Jungen und einen für die Mädchen. Ebenso war der Küster dort einquartiert. Eigentümer ist die Kirchengemeinde, doch der Arbeitskreis darf das Domizil nutzen. Nach Sanierungsarbeiten ist das Dach wieder dicht, es regnet nicht mehr rein. Planen, Tische und Bänke sind dort untergestellt. Eifrigs Wunsch wäre es, dort ein Vereinshaus zu etablieren. Doch „bis dahin fließt noch viel Wasser die Elbe herunter“. Für dieses Großprojekt sind klare Vorstellungen nötig und es muss auch viel Geld in die Hand genommen werden.

Als einen Erfolg verbucht der Arbeitskreis dieses Jahr, dass sich in Sachen Leerstand einiges getan hat. Vier Häuser haben entweder Käufer gefunden oder es gibt „ernsthaftes Interesse“. So etwa am Haus an der Hinterstraße 11. In Nachbarschaft der Salzkirche gelegen, ist „es unser größtes Sorgenkind“, erklärt Eifrig. Ein Berliner will es kaufen und sanieren und das wiederum „freut uns sehr“. Verkauft sind zwei nebeneinander befindliche Häuser an der Langen Straße. Eine Scheune gehört dazu, die Neu-Eigentümer können sich vorstellen, dort Kultur Einzug halten zu lassen. Gerade Ortsfremde seien angetan, gar begeistert vom Elbestädtchen, schätzen Ruhe und Idylle. Doch der Arbeitskreis kümmert sich nicht nur um Bausubstanz. Nach einem erfolgreichen Biedermeier-Christmarkt mit tausenden Besuchern, freuen sich die Altstadt-Förderer auf ebenso viele Gäste zum Biedermeier-Sommer.

Von Berit Boetzer

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