Aufsicht: Akten sprechen gegen Firma

Gülle illegal: Großzüchter droht Strafe

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Ein Bauer bringt auf seinem Feld Gülle aus.

Wasmerslage. Im Streit um mögliche illegale Güllelager der Schweinehaltung in Wasmerslage legt das Landesverwaltungsamt nach.

Es gebe keineswegs eine Mitteilung, Anzeige oder gar Genehmigung zur Nutzung der Güllekeller oder Pumpenschächte zur Lagerung, auch nicht zur Zwischenlagerung von Gülle, umschreibt Denise Vopel, Sprecherin der Behörde, die „Aktenlage“. Dem Unternehmen drohen eine Teilstilllegung der übermäßigen Güllelager und eine empfindliche Strafe. Was das genau bedeutet, könne noch nicht gesagt werden, so Vopel gestern auf AZ-Nachfrage. Das Lagern und Ausbringen von Gülle, die schnell auch einmal das Grundwasser gefährden kann, ist streng geregelt.

Bei der Kontrolle am 26. Februar hätten Mitarbeiter von Landesverwaltungsamt und Landkreis Stendal die Güllelager entdeckt. Ein Anwohner hatte die Aufsichtsbehörden auf die Spur gebracht (die AZ berichtete). Für nächsten Mittwoch, 14. März, ist eine Anhörung angesetzt. Der Großzüchter könne sich dann weiter zu den Vorwürfen äußern. Die Gülle müsse, wenn Wetter und Befahrbarkeit der Wege mitspielen, unverzüglich ausgebracht werden. Das Landesverwaltungsamt erwarte einen genauen Zeitplan mit Angabe der Abnehmer, informiert Vopel.

Die Mesa Agrar GmbH hatte Anfang dieser Woche Stellung genommen und von einer „jahrelang üblichen Praxis am Standort“ gesprochen. Zudem will das Unternehmen davon ausgegangen sein, dass die Rechtsvorgängerin das Verfahren gegenüber den Behörden auch so angezeigt hat. Die Firma spare durch das Zwischenlager kein Geld oder verschaffe sich Vorteile anderer Art, beteuerte ein Sprecher. In zwei Ställen sei Gülle wegen der eiskalten Witterung zwischengelagert worden. Die Anlage sei technisch dafür ausgerüstet. Eine Gefahr für Mensch und Umwelt bestehe nicht, hieß es weiter.

Delikat: Der Großzüchter möchte den Standort erweitern, das Genehmigungsverfahren läuft seit geraumer Zeit. Der Komplex ist aktuell für fast 11 000 Tierplätze zugelassen, zukünftig sollen es mehr als 46 000 Ferkel sein. Gegen die geplante Erweiterung hat sich eine Bürgerinitiative formiert. Auch die Einheitsgemeinde Osterburg, zu der Wasmerslage gehört, lehnt eine Erweiterung ab. Kritiker befürchten vor allem ein höheres Verkehrsaufkommen und mehr Gestank.

Von Marco Hertzfeld

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