Vertrag zugestimmt / Heizkraftwerk stärker als geplant / Stadt denkt auch an Bürger-Windkraft

Grünes Licht für die Energiewerke

Die Landessportschule vor etwa sieben Jahren. Das Bild zeigt die Schwimmhalle (links in der Mitte) kurz vor ihrer Fertigstellung. Nun sollen der Tummelplatz für Wasserratten und weitere Anlagen aus einem Blockheizkraftwerk mit Energie versorgt werden. Foto: LSB

Osterburg. Der Stadtrat hat den künftigen Energiewerken Osterburg einstimmig seinen Segen gegeben. Der Gesellschaftervertrag muss noch von der Kommunalaufsicht, dem Landkreis, geprüft und schließlich von den zwei Partnern unterzeichnet werden.

Partner sind die Stadtwerke Osterburg, ein Unternehmen mit kommunaler Beteiligung, und „Avacon Natur“. Die Verhandlungen dauerten mehr als ein Jahr (die AZ berichtete). Nico Schulz der Bürgermeister der Einheitsgemeinde Osterburg, bei der Sitzung am Donnerstagabend: „Der Startschuss ist gefallen. Noch ist alles recht klein, doch es soll wachsen. “ Der Christdemokrat setzt seit einiger Zeit verstärkt auf erneuerbare Energien.

Ein erstes, kleines Projekt, eine Art Mitgift, ist bereits umgesetzt. Die Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Osterburger Grundschule wird in die Zuständigkeit der Energiewerke übergehen. Mit dem geplanten Blockheizkraftwerk (BHKW) für die Schwimmhalle am Fuchsbau soll das neue Energie-Unternehmen dann so richtig loslegen. Wann das genau sein wird, scheint noch nicht abschließend geklärt. Der Landessportbund (LSB), der für die Halle verantwortlich ist, möchte Schulz zufolge nun auch das Hotel und die Sportstätten in der Nachbarschaft mit Strom und Wärme des BHKW versorgt sehen.

Langfristig wünscht sich der Bürgermeister deutlich mehr Energieprojekte und denkt dabei nicht zuletzt an Windräder. „Zwei, drei davon für Osterburg sind realistisch – allerdings mit einer Bürgerbeteiligung. Die Menschen dürfen solche Dinger nicht immer nur vor der Nase haben – vor die Nase gesetzt bekommen. Sie sollten auch von der Windkraft profitieren. Das Geld muss mehr in der Region bleiben.“ Die Energiewerke Osterburg mögen aber eben auch der Kommune zusätzliche Einnahmen bescheren und außerdem perspektivisch dabei helfen, den Bürgern der Einheitsgemeinde einen vergleichsweise günstigen Strompreis anbieten zu können.

Die Stadtwerke Osterburg werden 51 Prozent der Anteile an der neuen Gesellschaft halten, Avacon Natur 49 Prozent. Dadurch hat die Kommune wie schon jetzt bei den Stadtwerken ihre Einflussmöglichkeiten. Das Stammkapital der künftigen Energiewerke wird 25 000 Euro betragen.

Von Marco Hertzfeld

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