A 14: Was jetzt nicht eingebracht wird kommt zu spät

Größtmöglicher Schutz

Eher bescheiden war das Interesse am Planfeststellungsverfahren zur A 14. Nicht einmal zehn Gäste waren zu der Sitzung gekommen. Foto: J. Gerber

Erxleben. Vorstellung des Planfeststellungsverfahrens A 14 war der Hauptpunkt im öffentlichen Teil der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung und ländlichen Raum, zu dem am Dienstagabend eingeladen wurde.

Ob der Brisanz des Themas wurde diese Sitzung in das Dorfgemeinschaftshaus nach Erxleben verlegt, um möglich vielen Bürgern die Gelegenheit zu geben dabei zu sein, zuzuhören aber auch Bedenken einzubringen.

Nicht ganz nachvollziehbar, dass am Ende eine Tafel reichte, um Ausschussmitglieder und interessierte Bürger unterzubringen. Der Ausschussvorsitzende Hans-Jürgen Ahrend war dann auch etwas enttäuscht, sprach er doch von der letzten Möglichkeit noch etwas ändern zu können. Wer die Chance jetzt nicht wahrnimmt, der müsse dann das hinnehmen, was gebaut wird. Gleichzeitig war die Protokollführerin des Abends angehalten Stichpunkte zu den Einwendungen zu machen und Bürger, die Einwendungen machen wollten, sollten sich dazu später im Bauamt melden. Gleichzeitig sprach der Vorsitzende den Wunsch aus, dass möglichst viele gewichtige Einwände kommen mögen.

Osterburgs Bauamtsleiterin informierte dann, dass die Unterlagen des zu behandelten Abschnittes noch bis zum 4. Oktober im Bauamt ausliegen. Nach der Planfeststellung habe noch jeder 14 Tage Zeit seine Anliegen einzubringen. Dann werde abgewägt und es folgt der Planfeststellungsbeschluss, der weitere 14 Tage ausgelegt wird. Gesprochen wurde über den Abschnitt von Uenglingen bis Osterburg wobei sich auf das Gebiet zwischen Polkau und Osterburg eingeschränkt wurde. Nicht zuletzt weil das im Bereich der Einheitsgemeinde Osterburg liegt.

Die Bauamtsleiterin informierte über den Verlauf, vor allem aber auch über die vorgesehenen Höhen, die einen starken Einfluss auf das Landschaftsbild nehmen werden. Im gezeigten Bereich würde Polkau bei einer Entfernung von rund 600 Metern am dichtesten an der Autobahn liegen. Einen aktiven Lärmschutz, gemeint sind beispielsweise Schallwände, würde es aber erst bei einer Entfernung von 500 Metern geben. Erstaunlich, dass auch gerade im Bereich Polkau in der Nacht eine Lärmbelästigung von 45 Dezibel und von 50 bis 55 Dezibel am Tage zu erwarten sei und das genau die Grenzwerte sind.

Unverständnis auch bei einigen Anwesenden, dass eben in diesem Bereich bei Polkau kaum Anpflanzungen vorgesehen sind. Dazu informierte die Bauamtsleiterin, dass es auch noch ein Defizit gebe, was die trassennahe Bepflanzung von Bäumen oder Strauchecken angehe. Eingesetzt werden sollte sich dafür, dass dieses Defizit nicht beispielsweise im Jävenitzer Moor, sondern eben trassennah ausgeglichen wird. „Hier ist der Eingriff und hier möchte ich auch den Ausgleich haben“, forderte dazu Hans-Jürgen Ahrend.

Die Osterburgerin Juliane Bäthge brachte Studien mit, nach denen inzwischen andere Grenzwerte in Betracht gezogen werden sollte. Am heutigen Abend wollte sie ihren Vortrag eigentlich bei der BUND-Veranstaltung im „Kanzler“ abgeben. Als sie von der Erxlebener Veranstaltung erfuhr, meinte sie, dass das, was sie zu sagen hatte, auch dort passen würde. Gesprochen wurde von einer DIN 18005 mit der sich die Planer zumindestens noch einmal befassen sollten.

„Wir wissen, dass es ein Eingriff ist“, so Hans-Jürgen Ahrend, jetzt geht es darum für den größtmöglichen Schutz zu sorgen. Um 19 Uhr wird heute im Osterburger „Kanzler“ erneut darüber gesprochen.

Von Jörg Gerber

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