Familie von Bernstorff und Förster wollen Krumker Wald für Bestattung öffnen

Grafen schaffen Ruheforst: „Vielen ein tröstlicher Ort“

Eine der markierten Buchen im Bestattungswald bei Grevesmühlen (GVM). In der Altmark auf sandigem Boden ist die Kiefer dominant.
+
Eine der markierten Buchen im Bestattungswald bei Grevesmühlen (GVM). In der Altmark auf sandigem Boden ist die Kiefer dominant.
  • Marco Hertzfeld
    VonMarco Hertzfeld
    schließen

Krumke. Im Krumker Wald wird ein Ruheforst angelegt. „Das Gelände soll ein Trostort sein im besten Sinne des Wortes“, sagt Ralf Abbas der AZ.

Ein Blick in den Friedwald nahe Grevesmühlen.

Der Diplom-Forstwirt betreut für die Familie von Bernstorff bereits federführend einen Ruheforst an deren Sitz im niedersächsischen Gartow. Das altmärkische Projekt befinde sich noch ganz am Anfang. „Wir stehen in Kontakt mit der Einheitsgemeinde Osterburg. Es gibt einige behördliche Hürden, die wir aber gern und ausdauernd nehmen möchten. “ Urne, Asche und Natur: Der „Waldfriedhof“, wie ihn die Grafen Bernstorff im benachbarten Bundesland bezeichnen, umfasst circa vier Hektar, was in etwa fünfeinhalb Fußballfeldern entspricht. Das Gelände im Osterburger Ortsteil soll nicht ganz so groß werden.

Der Krumker Forst wächst auf 350 Hektar Boden. Vor gut 15 Jahren hätten die Niedersachsen die Flächen erworben. „Verwaltet und bewirtschaftet werden sie von Gartow aus.“ Der Besitz im Landkreis Lüchow-Dannenberg gilt als eines der größten Waldgüter Niedersachsens. Schwerpunkt sei naturgemäß die Forstwirtschaft. Der Ruheforst „Elbtalaue“ inmitten eines alten Mischwaldes wurde 2007 eingerichtet. „Seitdem konnte er schon vielen Menschen ein tröstlicher Ort sein, wenn es darum geht, einen Platz für die eigene letzte Ruhestätte zu finden oder für einen geliebten Verstorbenen“, erläutert Abbas für das Unternehmen. Eine Ruhestätte auf einem klassischen Friedhof könne für die Nachkommen schnell einmal zur Belastung werden. „In einem Ruheforst übernimmt die Natur die Pflege. Ein Baum ist ein ganz besonderer Bezugspunkt.“

Alternative Bestattungsformen scheinen sich durchaus etablieren zu können. In einigen Regionen existieren Bestattungswälder bereits länger, oftmals liegen sie in besonderen Gebieten. Der Friedwald bei Grevesmühlen nahe der Ostsee besteht zum großen Teil aus Buchen. In der Altmark dürfte das Krumker Projekt zumindest ein Stück weit Vorreiter sein. Auch Forstämter suchen nach neuen Nutzungsformen, bislang aber noch gebremst (die AZ berichtete). Begriffe wie Bestattungswald, Urnen-, Begräbnis-, Friedwald und Waldfriedhof werden bei der Beschreibung mitunter synonym verwendet. Insbesondere die Verwendung des letztgenannten Wortes ist offenbar noch nicht allen ganz klar. Über rechtliche Vorgaben und vor allem das Krumker Projekt will Förster Abbas innerhalb eines „Landspaziergangs“ am Sonnabend berichten.

Die Einheitsgemeinde will ihn verstärkt anbieten, nicht allein für Touristen (die AZ berichtete). Der erste organisierte Streifzug in die Natur 2018 ist verkürzt, startet am 7. April um 13 Uhr vor der Nicolaikirche in Osterburg und führt nicht zuletzt in den Krumker Forst. Für weitere Informationen und die Anmeldung ist die Touristinformation erreichbar unter Tel. (03937) 895012.

Von Marco Hertzfeld

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare