Rege Teilnahme an plattdeutschem Lesewettbewerb / Qualifikation für Landesebene

Gladigauer Junge spricht Plattdeutsch - und das mit Erfolg

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Rund 20 Schülerinnen und Schüler nahmen an dem plattdeutschen Lesewettbewerb teil. Teilweise waren auch Eltern und Lehrer der Schüler anwesend.

Gladigau. Plattdeutsch sprechen, das kann die Jugend doch gar nicht mehr! Oh, doch! Das haben knapp 20 Mädchen und Jungen aus der Altmark und dem Elb-Havel-Winkel in Gladigau im „Dörpsche Krug“ bewiesen.

Bei der Vorrunde eines Vorlesewettbewerbs auf Plattdeutsch, den der Landesheimatbund, die Arbeitsstelle Niederdeutsch der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und das Ministerium für Kultur organisiert haben.

In seiner Familie sprechen eigentlich alle diese Sprache. Nur seine jüngere Schwester müsse noch ein bisschen mehr üben, sagt Ludwig Uhrhan. Der Zehnjährige beherrscht dagegen das Niederdeutsche so gut, dass er nun Grund zur Freude haben kann und nun vielleicht auch noch mehr üben muss. Der Junge aus Gladigau besucht das Markgraf-Albrecht-Gymnasium in Osterburg. Er ist im Bereich der fünften und sechsten Klassen innerhalb des Vorlesewettbewerbs „Schülerinnen und Schüler lesen Platt“ weitergekommen und wird die Altmark in Magdeburg beim Landesfinale am 4. Dezember vertreten. Emmy Oelsner hat den Regionalwettbewerb Altmark im Bereich der dritten und vierten Klassen gewonnen und sich für das Landesfinale qualifiziert. Sie besucht die vierte Klasse in Sandau an der Elbe. Und: Für den Bereich siebte bis neunte Klasse wird Antonia Lösch ins Rennen um den Landestitel gehen. Sie ist für die Außenstelle Havelberg des Diesterweg-Gymnasiums Tangermünde angetreten. Manche Kinder und Jugendliche unterhalten sich gern mit ihren Großeltern über Lernerfolge, begrüßen ihre Lehrer mit einem „Goadn Dach“ oder lesen Geschichten in der einst in der Altmark sehr präsenten Sprachform.

Dass der Regionalausscheid in Gladigau über die Bühne ging, ist kein Zufall. Es ist die Heimat des Vize-Präsidenten des Landesheimatbundes, des Pfarrers Norbert Lazay und ohnehin eine Hochburg für das Niederdeutsche: „Sicherlich geschuldet dem aktiven Dorftheater, das im Ort seit 16 Jahren plattdeutsche Komödien auf die Bretter bringt und dann eben auch zwei Kinderstücke gemacht hat. Wir haben hier die plattdeutsche Sommerschule“, so Lazay. Abgesehen davon, dass Gladigau das Golddorf vom Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ sei, wo man gerne Gäste einlade und bewirte, um sie willkommen zu heißen.

Von Alexander Klos

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