„Es gibt dumme und kluge Ziegen“

Die Ziegen hat Alexandra Probst gut im Griff. Aber auch mit Pferden geht sie hervorragend um. In dieser Saison tritt sie erstmals allein mit eigenen Pferdedressuren auf.

Osterburg - Von Matthias Mittank. Mit einer Mischung aus Tradition und Moderne gastiert der Zirkus Probst – inzwischen eines der erfolgreichsten Zirkusunternehmen Deutschlands – derzeit in der Hansestadt Osterburg. Auch im 65. Jahr des Bestehens braucht man sich um die Zukunft des Zirkus keine Sorgen machen. Die nächste Generation steht bereit – die gelernte Pferdewirtin Alexandra Probst hat sich dabei auf die Haustier- und die Pferdedressur spezialisiert. Am heutigen Mittwoch öffnet sich am Schafdamm um 16 Uhr noch einmal das Zirkuszelt für die Besucher.

Sie ist im Wohnwagen groß geworden, hat seit ihrer Geburt stets Zirkusluft geschnuppert und kann sich auch keinen anderen Lebensunterhalt vorstellen: Die 22-jährige Alexandra Probst, die Tochter von Mercedes Probst und Andreas Bleßmann, dem Geschäftsführer des Unternehmens, gehört zur dritten Generation des Traditionsunternehmens. Welchen Weg sie einmal bestreiten wird, stand schon früh fest. Denn seit ihrer Kindheit ist die Enkelin des Zirkusgründers in die Pferde vernarrt. Aber auch die Haustiere, für die der Zirkus bereits zu DDR-Zeiten bekannt war, haben es ihr angetan. Ob Ziegen, Esel, Schweine oder Hühner – Alexandra Probst hat sie alle für den großen Auftritt in der Manege dressiert. Angefangen hat sie vor neun Jahren – da stand sie verkleidet als Pippi Langstrumpf mit 13 Jahren zum ersten Mal im Rampenlicht.

Doch wie lernt man eigentlich das Dressieren? „Es ist wie bei Handwerkern – entweder man hat das Talent dazu oder auch nicht. Es gibt Menschen, die versuchen es jahrelang, dass die Tiere auf sie hören – aber ohne Erfolg“, erläutert die gelernte Pferdewirtin. Doch auch unter den Tieren ist nicht jeder Kandidat für die Manege geeignet. Während der einzige Zirkushund und auch die Schweine sehr gelehrig sind, sieht das bei den Ziegen schon anders aus. „Es ist wie bei den Menschen – es gibt dumme und kluge Tiere“, weiß Alexandra aus ihrer langjährigen Erfahrung. Die meisten Ziegen hören sogar auf ihren Namen – die vier schwarz-weißen Walliser Ziegen heißen beispielsweise Gigolo, Macho, Playboy und Casanova. Doch da ist auch noch Christi, eine braune Hausziege. Sie wurde unlängst von Alexandra disqualifiziert. „Absolut nicht lernfähig“, so ihr Urteil. Doch für Ziege Christi ist das kein Problem – sie darf auch ohne Auftritt mit dem Zirkus durch die Lande touren und bekommt regelmäßig ihr Futter. „Wir wollten sie nicht von ihren Brüdern trennen“, erklärt die 22-Jährige.

Wenn sich heute Nachmittag um 16 Uhr noch einmal die Manege für die Besucher in Osterburg öffnet, wird Alexandra Probst gleich mit mehreren Nummern auftreten. Doch was sich hinter der „Ungarischen Post“, „Moulin Rouge“ und der „Haustierrevue“ verbergen, will sie noch nicht verraten. Nur so viel: Die „Ungarische Post“, mit der das Programm eingeleitet wird, gehört zur Hohen Schule der Pferdedressur. Karten können unter & (01 71) 7 78 91 49 reserviert werden.

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