Selbst ist der Mann: Dirk Hentschels Öko-Haus fällt aus dem Rahmen / Vorbild: Sieben Linden

„Gehen nach alter Tradition vor“

Dirk Hentschel gibt seine Erfahrungen mit den Baustoffen Stroh, Holz und Lehm weiter. Und der scheinbar Nimmermüde holt sich auch Rat bei anderen. Alles will gut vorbereitet und koordiniert sein. Familie, Beruf und Hausbau müssen unter einen Hut gebracht werden.

Meseberg. „Sie können ruhig dagegen hauen, das summt richtig. Die Wand ist stabil. “ Dirk Hentschel merkt das Zögern und haut selbst gegen das Stroh, dass es nur so summt. Der 49-Jährige baut in Meseberg ein Fachwerkhaus und verwirklicht sich damit einen Traum.

„Wir gehen nach alter Tradition vor und verwenden Stroh zum Dämmen und putzen im Inneren mit Lehm. “ Das Gebäude fällt aus dem Rahmen, wenngleich der gebürtige Osterburger sich nicht unbedingt als einen Öko-Menschen sieht. „Ich mag das Heimelige, meinetwegen auch das Urige. So ein starker Holzbalken, der auch noch freiliegt und das Zimmer durchzieht, vermittelt mir Sicherheit. “.

Bis zu 30 Kubikmeter Kiefernholz sind bislang für das Fachwerkhaus verbaut worden. „Es kommt aus einem Wald ganz in der Nähe und nicht von sonst woher. Das war mir wichtig.“ Geschnitten worden ist es in einem Sägewerk in der Gegend. Das Stroh könnte rein theoretisch auch vom Acker nebenan stammen, doch müsse dieses zertifiziert und mit einer speziellen Presse in Form gebracht sein. An die Außenwände kommt Kalkputz. Bis Weihnachten will Hentschel mit seiner Frau eingezogen sein. „Durch die Erfahrungen in der Familie und dem eigenen beruflichen Umfeld mit pflegebedürftigen Menschen haben wir uns entschlossen, soweit als möglich barrierefrei zu bauen.“ Hentschel kann mit Werkzeug umgehen. Und die Bauweise sei ja geradezu prädestiniert dafür, viel in Eigenleistung zu machen. „So ein Projekt bietet die besten Voraussetzungen, in besonderer Weise selbst aktiv zu werden.“ [...]

Von Marco Hertzfeld

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