Trubel um blaue Früchte lockte hunderte Besucher zum Plum-Mus-Fest nach Goldbeck / Eichstedter Mus überzeugte Jury

Geheimzutat der Koch-Sieger: Teamarbeit

„Wir nennen uns die Pfläumchen“, meinten die eifrigen Kocherinnen der Mannschaft aus der Volkssolidaritäts-Ortsgruppe Goldbeck. Mit viel Spaß ging die Arbeit gleich leichter von der Hand.

Goldbeck. Die Gewürzmischung bleibt unter Verschluss, aber Evi Walter vom Eichstedter Koch-Team verriet die Gemeinzutat und die heißt ganz einfach: Teamarbeit.

Sie und ihre Mitstreiter am Kessel Monika Bandau, Christina Walter, Yvonne Barschdorf, Brigitte Ostheeren und Kerstin Mattis sind stolz auf den Sieger-Pokal, der nun einen Ehrenplatz im Eichstedter „Dorfkrug“ erhält. Ein Glas Pflaumenmus soll daneben gestellt werden. Aber, „alle Mannschaften sind Sieger“, betonte Yvonne Barschdorf. Von Sonnabendfrüh 8 Uhr bis nachmittags gegen 15 Uhr standen die Frauen der insgesamt sechs Mannschaften an den großen Kesseln, um gut 1000 Kilogramm der Früchte zu Mus zu rühren. Die Arbeit war anstrengend, doch bei Pflaumenschnaps und gemeinsamen Gesang wurde sich gegenseitig bei Laune gehalten. Yvonne Barschdorf formulierte das Besondere dieses Plum-Mus-Festes. Altmärkische Traditionen bleiben erhalten und daher war es für die Eichstedter Ehrensache, nach der Fest-Premiere vergangenes Jahr auch bei der zweiten Auflage mitzurühren.

Das Brauchtumsfest bot den hunderten Besuchern nicht nur einen Blick in die Kochkessel. Als Veranstalter hatten Akteure des Kulturfördervereines „Östliche Altmark“ mit Peter Schulz Abwechslungsreiches auf die Beine gestellt. Der Vierseitenhof der Eheleute Schulz bot eine perfekte Kulisse für die vielen verschiedenen Attraktionen. Goldbecker Schützen eröffneten laufstark das Fest. Bürgermeister Torsten Dobberkau schlüpfte in die Rolle des Moderators und kündigte für die Bühne oder Wiese Folgendes an. Kita- und Schulkinder aus Goldbeck präsentierten ihre musikalische Seite, Chorgesang und Tanzdarbietungen sorgten für Kurzweil. Auch Handwerker erlaubten einen Blick über ihre Schulter, und Einblicke in ihre Arbeit gewährten auch Kameraden der Feuerwehr. Regionale Produkte fanden viele Abnehmer, und mit dabei waren auch Mitglieder des Oldtimerstammtisches Calberwisch. Sie hatten allerhand für Technikfreunde zu bieten. Besucher sollten nicht nur schauen, sondern auch mitmachen. Etwa beim Pflaumenstein-Wettspucken. Den Sieg bei den Männern holte sich Phillip Ebermann mit der erstaunlichen Weite von 12,70 Metern. Bei den Frauen hatte Isabell Busse mit fast sieben Metern die Nase vorn und der elfjährige Erik Schlemmer sicherte sich den ersten Platz bei den Kindern mit 6,57 Metern. Über den Erlös dieses Wettstreites darf sich die Goldbecker Kita „Regenbogenland“ freuen. Einen Sieger gab es ebenso beim Plumstein-Schätzen. Glück dabei hatte der Goldbecker Markus Schrader. Er tippte auf 3500 Steine im Glasgefäß und lag dabei am nahesten. Es waren nämlich 3486 Steine. Da es in der Altmark Brauch ist, sich nach getaner Arbeit zu vergnügen, spielte die Stendaler Formation „Nobody knows“ in der Scheune auf und zu späterer Stunde lockte die Pflaumenmus-Party auf die Wiese. „Ein ganz tolles Fest“, resümierte Bürgermeister Dobberkau, der sich eine Neuauflage im nächsten Jahr wünscht. Der Trubel um die blauen Früchte habe „einfach Spaß gemacht“. Doch Peter Schulz würde es begrüßen, wenn sich noch mehr Einwohner gerade bei der Vorbereitung zum Fest einbringen.

Von Berit Boetzer

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