Gefecht an der Elbe

Vor dem Town Office war immer ein geschäftiges Treiben zu beobachten.

Werben - Von Walter Schaffer. Die Westerngruppe Werben hatte an den Pfingstfeiertagen zu ihrem nunmehr 15. Westerntreffen auf dem Schützenplatz in dem Hansestädtchen eingeladen. Schon am Freitagabend verwandelte sich die Wiese in ein großes Biwak, in dem die Weißzelte von Trappern, Fallenstellern, Indianern und vor allem von Vertretern der kämpfenden Truppen aus dem amerikanischen Bürgerkrieg von 1861-1865 in Reih und Glied aufgestellt wurden.

Der Vereinsvorsitzende Big Doc George Mc Allister, mit bürgerlichem Namen Dieter Zotzmann, achtete sehr darauf, dass alles recht authentisch aufgebaut wurde. Ihm zur Seite standen unter anderem der Friedensrichter Old Grey (Helmut Knust), der Sheriff Bernhard Zehe und die vielen ungenannten fleißigen Helfer, die nötig sind, um ein Treffen dieses Ausmaßes zu organisieren.

Action im Pulverdampf nannte sich die erste massenwirksame Veranstaltung, die am Sonnabend gegen 14 Uhr von Leutnant Chico eröffnet wurde. Gezeigt wurde das Scharmützel am Stones River, bei dem die Truppen der konföderierten Armee (Südstaatler) gegen die Truppen der Nordstaaten kämpften. Diese Nordstaatler wurden vorwiegend gebildet von den Mitgliedern der IG Reenactors aus Hameln. Sie erhielten wirkungsvolle Unterstützung durch das regionale 6th Schwere Artillerieregiment 1861-65 aus Osterburg bzw. Ballerstedt. Ihre Kanone, liebevoll General Lee genannt, sorgte für entsprechenden Kanonendonner, Pulverdampf und emotionale Wirkung.

Ihre Gegenspieler wurden von den sogenannten „Streifenhörnchen“ und einer zusammengewürfelten Truppe gebildet, deren Schlachtruf „Freibier, wo? Da, da, da!“ etwas Kampfmoral vermissen ließ. Und so wurde der Süden geschlagen. Am nächsten Tag, beim nächsten Gefecht wendete sich aber das Blatt und so wurde beiden Seiten Gerechtigkeit zuteil. Inzwischen waren die Seehäuser Schützenladys in ihre Kostüme geschlüpft und sorgten anschließend auf der ebenerdigen Bühne für viel Spaß und Unterhaltung.

Aus dem Stralsunder Teil der Zeltstadt ergriff kurz danach „Atze“ das Mikrofon und wurde zum sachkundigen Moderator bei der großen Modenschau a la 1865.

Bogenschießen, Axt- und Messerwerfen, Baumsägen mit authentischem Werkzeug und handgemachte Westernmusik sorgten für allerlei Abwechslung und wer danach zum echten Westernhelden mutierte, der konnte natürlich auch auf großen Pferden seine geführten Runden drehen. Für den großen Hunger und den kleinen Durst – bei einigen der Teilnehmer war es wohl anders herum – war genügend gesorgt.

Den vielen Wildwestfreunden aus ganz Deutschland hat es in Werben-County sehr gut gefallen und einige äußerten auch ihre Hochachtung vor dem Engagement dieses Vereins.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare