Stadt will Krumker Südeingang allenfalls mit kleinem Besteck reparieren

„Gartenträume“ bröckeln: Parkportal aufgegeben

Marode und wenig einladend präsentiert sich das Portal nahe dem Teich. Der Haupteingang befindet sich am anderen Ende des Parks.
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Marode und wenig einladend präsentiert sich das Portal nahe dem Teich. Der Haupteingang befindet sich am anderen Ende des Parks.
  • Marco Hertzfeld
    VonMarco Hertzfeld
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Krumke. An einigen Stellen ist der Putz abgeplatzt, die Ziegelsteine liegen frei. Auf einer Seite des Tores nahe dem Schlossteich in Krumke fehlt ein halber Bogen. Auch einige Zierelemente liegen am Boden.

„Und was ist das Ganze überhaupt?“, fragt sich eine Besucherin aus Magdeburg und sucht in der Broschüre über das Landesnetzwerk „Gartenträume“ nach einem Hinweis. Nichts. Dass es ein solches marodes Bauwerk nicht ins hübsche Informationsheft geschafft hat, wundert sie dann allerdings doch nicht. Ein offenkundig völlig vergessenes Portal in einer Gartenträume-Anlage, mit der die zunehmend touristisch ambitionierte Einheitsgemeinde Osterburg auch punkten will.

Elemente wie dieses sind herabgefallen.

Vergessen sei das Tor nicht, es stehe eben nur nicht unbedingt im Fokus, meint Osterburgs Bauamtsleiter Matthias Köberle auf Nachfrage der AZ. „Es handelt sich um den alten Ausgang Richtung Zedau, der irgendwann im Laufe der Geschichte aufgegeben wurde. In Anleitung an die Brücke, die einst von dort nach Zedau führte, wurde die Bootsanlegestelle mit der Aussichtsplattform gebaut.“ All zu viel Informationen oder gar Aufzeichnungen im Amt über das Portal gebe es nicht. Selbst im Heftchen „Krumke“ aus

An der Stelle fehlt mehr als ein Stein.

der Reihe „Schlösser und Gärten in Sachsen-Anhalt“ stehe nichts.

Großartig ändern soll sich am Zustand des Tores nichts. Zumindest will die Kommune das große Besteck nicht zum Einsatz bringen. Köberle: „Es bestehen vonseiten der Stadt keine Pläne, das Portal zu restaurieren. Reparaturarbeiten werden, wenn erforderlich, vorgenommen, um es zu erhalten.“ Ob das aus seiner Sicht bereits der Fall ist und, wenn ja, wann der Eingang repariert werden könnte, lässt der Bauamtsleiter noch offen.

Die Anfänge des Gartenträume-Projektes reichen bis Ende der 1990er-Jahre zurück. Mittlerweile tragen mehr als 40 Anlagen dieses Prädikat, darunter Krumke. Ziel ist die Wiederentdeckung des gartenkulturellen Erbes in Sachsen-Anhalt. Seit 2006 werden die Gartenträume mit einem eigenen Logo touristisch vermarktet.

Von Marco Hertzfeld

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