Osterburger führt lange viereinhalb Monate die „Oase“ der Soldaten im Kosovo – ein Knochenjob

„Für die Moral der Truppe wichtig“

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Henry Zimmermann sitzt in dem von ihm geführten Restaurantbetrieb, der sich nur bedingt mit einem Offizierskasino vergleichen lasse. In der Oase können alle Militärangehörigen den Alltag für einige Zeit vergessen. Der 27-Jährige ist für sein Engagement im Kosovo ausgezeichnet worden. Das eine Bild unten zeigt Prizren, eine Großstadt, das andere das dortige KFOR-Lager.

Osterburg. Henry Zimmermann ist zurück in der Heimat, und eigentlich auch schon wieder weg. Der 27-Jährige war lange viereinhalb Monate ununterbrochen im Kosovo.

In Prizren, einer Stadt im Süden des Landes, leitete der Osterburger die sogenannte Oase, eine mobile Betreuungseinrichtung für Soldaten der KFOR. „Das charmante Holzhaus innerhalb des Feldlagers hat Platz für etwa 300 Soldaten. “ Stationiert sind dort insgesamt 700 Frauen und Männer aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und den USA. Sie alle wollen für einige Zeit abschalten, den nicht ganz ungefährlichen Alltag vergessen, sich vergnügen und nicht zuletzt ordentlich essen.

Der Altmärker musste während seines Auslandseinsatzes echte Managerqualitäten beweisen. Neun Mitarbeiter hatte er zur Verfügung, sieben Albaner und zwei Türken. Die Verständigung klappte gut, seine Kollegen sprechen akzeptabel Deutsch. Zimmermann, ein gelernter Koch, stand nicht selbst am Herd. Er musste den Überblick behalten, koordinieren und organisieren. Der Oase ging es lange Zeit wirtschaftlich nicht sonderlich gut, der Osterburger hat sie wieder auf solidere Füße gestellt. Die Soldaten brauchen nicht in die Einrichtung kommen, sie wollen mit Leistung überzeugt werden und bezahlen für ihren Besuch. „Keine leichte Sache.“

Zimmermann hatte eine Sieben-Tage-Arbeitswoche. „Morgens früh um sieben ging es los, und abends lief es bis in die Puppen.“ Ein Knochenjob. Der Biesestädter stellte immer wieder größere Veranstaltungen auf die Beine: ein Kickerturnier, ein Pokerturnier, ein Burger-Wettessen und sogar einen Weihnachtsmarkt. „Solche Events sind für die Moral der Truppe ungemein wichtig“, meint Zimmermann im Gespräch mit der AZ. Seine Familie daheim feierte ohne ihn Weihnachten und Silvester. „Ich habe oft an alle gedacht, doch die Trennung gehört nun einmal dazu. Das ist mein Job.“ [...]

Von Marco Hertzfeld

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