Rentner Dieter Sliwa ärgert sich über lautes Kopfsteinpflaster der Breiten Straße und Schnellfahrer

„Früher deutlich ruhiger gewohnt“

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Dieter Sliwa (69) bewohnt das Haus an der nördlichen Breiten Straße seit Mitte der 1960er-Jahre. So richtig wohl fühlt sich der gebürtige Schlesier dort aber nicht mehr. Um vom Straßenlärm genervt zu sein, muss er nicht unbedingt das Fenster öffnen.

Osterburg. „Das sind schon wieder vier, fünf Fahrzeuge hintereinander gewesen. Einfach nur schrecklich. “ Dieter Sliwa verdreht in seinem Fernsehsessel genervt die Augen.

Der Straßenverkehr direkt vor seinem Fenster raubt ihm tagsüber die gute Laune und nachts mitunter sogar den Schlaf. Der 69-Jährige gibt dem Kopfsteinpflaster der Breiten Straße die Schuld. Sie war vor einigen Jahren noch mit Asphalt bedeckt. Wenn die wichtige innerstädtische Piste ganz frei von Eis und Schnee ist und die Autofahrer wieder ordentlich Gas geben können, werde es noch schlimmer sein. „Früher haben wir hier deutlich ruhiger gewohnt. Das Haus ist unser Eigentum, sonst wären wir schon längst weggezogen“, sagt der einstige Post-Facharbeiter traurig und zornig zugleich.

Dass die Breite Straße, die Einkaufsmeile der Stadt, nicht kurzerhand wieder mit einer Schwarzdecke überzogen werden kann, sieht der Biesestädter ein. „Es ist sicherlich eine Kostenfrage. Das wäre zu teuer.“ Sliwa kann sich aber Aufpflasterungen gut vorstellen. Solche Plateaus zwingen die Lenker von Pkw und Lkw zum Langsamfahren. In dem Bereich gilt zwar Tempo 30. „Doch daran hält sich kaum einer. Einige donnern an meinem Haus vorbei, ohne Rücksicht auf Verluste“, schimpft der Rentner. Vielleicht lasse sich ja das Geschwindigkeitslimit doch noch und wie schon einmal von städtischer Seite überlegt auf 20 Kilometer in der Stunde senken. Und wenn das alles nicht machbar ist, helfe nur eins: Starenkästen, stationäre Blitzgeräte. „Es muss auf jeden Fall schnell etwas passieren, denn unsere Lebensqualität leidet enorm.“

Auch andere Anwohner der Breiten Straße würden so denken. Der Osterburger hat sich schon mehrmals an die Stadt gewandt, bislang ohne Erfolg. „Viele Menschen erinnern sich vielleicht nicht mehr, aber ursprünglich sollte damals wieder Asphalt drauf. Doch plötzlich hieß es, Pflaster sei schicker. Diese vermeintliche Schönheit geht auf unsere Kosten“, sagt Sliwa und öffnet eines der Fenster nur, um einfach ganz schnell einmal durchzulüften. Am schlimmsten sei es morgens zwischen 7 und 9 Uhr sowie abends. Wobei diese Straße ja eigentlich sogar fast durchgehend recht stark befahren sei.

Nico Schulz (CDU), der Bürgermeister der Einheitsgemeinde Osterburg, hat auf Anfrage der AZ erklärt, dass er sich zu dem Thema bald äußern wolle.

Von Marco Hertzfeld

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