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Frohlocken in der „Flohkiste“

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Max (l.) und sein Freund Luca müssen hoffentlich nicht mehr lange aus den alten Fenstern schauen. Für die Rochauer „Flohkiste“ sieht es gut aus, eine Finanzspritze aus Stark III zu erhalten. © Boetzer

Goldbeck. Ein Stück vom Förderkuchen Stark III würde sich auch Verbandsgemeindebürgermeister Eike Trumpf gern schmecken lassen. Bekanntlich sind Finanzspritzen für Schulen und Kindertagesstätten vom Land in Aussicht gestellt.

Jedoch gerade bei den Lernstätten mit der Auflage versehen, dass diese doch mindestens 15 bis 20 Jahre garantiert existieren. Mit diesem Druck im Rücken fiel die Entscheidung, gar keine Grundschule auf die Liste zu setzen. Schließlich „können wir nicht sagen, welche unserer sieben Schulen langfristig Bestand hat“, so Trumpf. Genau da liegt der Knackpunkt. Doch in den kommenden Wochen müssen Verantwortliche Farbe bekennen. Das ausgefeilte Pilotprojekt „Kleine Grundschule“ spricht von drei Hauptschulstandorten, andere Einrichtungen könnten die Rolle von Nebenstandorten einnehmen. Ein Modell mit einer Chance bis 2020, schätzte Trumpf. Mitziehen muss bekanntlich dabei nicht nur das Land, auch Nachbarn müssen im Projekt-Boot einsteigen. Während aus Osterburg und Seehausen diesbezüglich Positives zu vernehmen war, gab es Klärungsbedarf mit Stendal. Trumpf bekam erstmal grünes Licht, „niemand will mit Gewalt Standorte kaputt machen“, so sein Fazit. Auf lange Sicht allerdings „will jeder seine Schulkinder auch gern haben“.

Das Pilotprojekt zielt darauf ab, bisherige Standorte so lange wie nur möglich zu erhalten. Hingegen aber schon Stimmen laut werden, doch alle sieben Schulen zu schließen und vielleicht zwei Häuser neu zu bauen. Wie die Zukunftsmusik klingt, bleibt abzuwarten.

Während innerhalb der Grundschulen wohl so ziemlich alles in der Schwebe ist, stehen die Kindertagesstätten augenscheinlich deutlich besser da. Um Geld aus dem EU-Förderprogramm Stark III bewerben sich sechs Einrichtungen aus dem Gebiet um Arneburg und Goldbeck. Der Zeitrahmen ist bis 2014 festgesteckt. Laut Trumpf kann sich für dieses Jahr die „Flohkiste“ in Rochau Hoffnung machen. Die landkreiseigene Prioritätenliste setzt Rochau auf den Platz drei. Das bedeutet, „die Aussichten sind gut“, bewertete Trumpf. Stark-Fördermittel stehen in diesem Fall für eine energetische Sanierung, verbunden mit verbesserter IT-Ausrüstung. Das Gesamtvolumen liegt bis Jahresende 2013 bei knapp 120 Millionen Euro. Rochau benötigt um die 157 000 Euro, um etwa Dach und Fenster auf Vordermann zu bringen. Stichwort: Energiekosten zu senken. Trumpf nannte weitere Kindertagesstätten, die sich bewerben: „Elbräuber“ Arneburg, „Villa Spatzennest“ Hohenberg-Krusemark, „Villa Kunterbunt“ Eichstedt, „Storchennest“ Werben und der Altbau „Regenbogenland“ Goldbeck. Die Vorhaben sind zwischen 117 000 Euro bis 179 000 Euro teuer.

Bis Mitte Mai lagen im sachsen-anhaltinischen Finanzministerium etwa 400 Anträge vor. Diese hohe Zahl zeige die große Resonanz auf das Förderprogramm, heißt es aus dem Ministerium. Bis 2019 beabsichtigt die Landesregierung, dann alle Kindertagesstätten und Schulen energetisch zu sanieren und mit moderner IT-Technik auszustatten. Jedoch müssen die Einrichtungen den Demografiecheck bestehen, also ihren Bestand langfristig nachweisen.

Von Berit Boetzer

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