Kommune gehen nach Breiter Straße 61 allmählich geeignete Objekte aus

Ein Fördertopf hilft sichern: Altstadt-Haus fast am Ende

+
Die marode Breite Straße 61 trägt ein Korsett aus Metallstangen. Handwerker sollen das Haus in Teilen erneuern.

Osterburg. Nun ist es auch für jeden sichtbar. Die Stadt lässt marode Häuser an der Breiten Straße vor dem weiteren Verfall retten. Nummer 61 ist eingerüstet. Handwerker erledigen seit dieser Woche erste Arbeiten.

Mag das denkmalgeschützte Gebäude auch von Zeit und Leerstand stark gezeichnet sein, lässt sich doch der alte Charme zumindest noch erahnen. Es stammt aus dem 19. Jahrhundert, ein Stück altes Osterburg soll erhalten werden. Wie Bauamtsleiter Matthias Köberle sagt, rücken Dachdecker, Zimmerer und Maurer an. Mitte des Jahres könnten die Arbeiten erledigt sein. Nebengelasse waren nicht mehr zu retten und sind bereits abgetragen worden.

Die Einheitsgemeinde profitiert von einem Fördertopf, den Bund und Land für Notsicherungen füllen. In diesem Fall war das Geld eigentlich für die Burgstraße 13 und 14 geplant. Doch sind die Häuser laut einem Holzschutzgutachter nicht mehr zu retten und stehen vor dem Abriss. Die Stadt will an der Stelle neu bauen lassen und dadurch das Rathaus nebenan erweitern (die AZ berichtete). Im Blickpunkt steht auch die Breite Straße 63. Es befand sich vor einiger Zeit noch in Privatbesitz. Die Kommune kaufte es für 12 000 Euro. Das gesamte Paket für die Nachbargrundstücke im Norden der Biesestadt darf einen gut sechsstelligen Euro-Betrag schwer sein.

Mit der Sicherung beider Häuser an der Breiten Straße könnte eine kleine Erfolgsgeschichte zu Ende gehen. Gefördert werden laut Köberle ausschließlich Gebäude, die vor 1949 errichtet wurden und sich im Besitz der Kommune befinden. Die Liste dürfte erst einmal abgearbeitet sein. Die Stadt hat bereits mehrere Objekte über besagten oder zumindest ähnlichen Fördertopf vor dem weiteren Verfall bewahrt. Die Förderquote liegt idealerweise bei 100 Prozent, Osterburg muss also keinen Cent dazugeben. So wurden der Große Markt 14/15 und das Lies-Haus, auch Monsator-Haus genannt, nahe der Biese so hergerichtet, dass ein neuer Eigentümer sich vornehmlich allein um den Innenausbau kümmern muss.

Was aus den beiden neuen baulichen Pflegekindern einmal werden soll, scheint noch nicht abschließend geklärt. Die Stadt zeigte sich bislang aber optimistisch, für die Breite Straße 61 und 63 eine Verwendung zu finden beziehungsweise sie an den Privatmann bringen zu können. Eine Herausforderung bleibt es dennoch, wie ein Blick auf das Lies-Haus beweist. Es ist in Teilen saniert und steht dennoch leer. Politik und Verwaltung der Hansestadt wollen es nach wie vor veräußern.

Der Große Markt 14/15 ist verkauft. Ein Unternehmer hat den Komplex erworben und will dort nicht zuletzt mit einer Stickerei einziehen. Mittel aus dem Notsicherungsprogramm und eigenes Geld steckt die Stadt derzeit in das Eckgebäude Werbener Straße / Gartenstraße. Es soll wie schon einmal vor längerer Zeit als Obdachlosenheim genutzt werden (die AZ berichtete).

Von Marco Hertzfeld

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare