Ortschef wünscht sich für Asylbewerber-Familien eine Sanierungshilfe ortsansässiger Handwerker

Flüchtlinge im Ex-Obdachlosenheim

+
Das frühere Obdachlosenheim an der Ecke Gartenstraße/Werbener Straße macht einen ziemlich heruntergekommenen Eindruck. Auch andere Nutzer hielten es nicht lange dort aus. Nach einer Erneuerung könnten nun schon bald Flüchtlinge Post bekommen.

Osterburg. „Wir sollten uns um diese Familien bemühen. “ Klaus-Peter Gose (CDU) möchte Flüchtlingen nicht nur die Tür nach Osterburg öffnen, sondern ihnen auch ein konkretes Angebot zum Wohnen machen.

Im früheren Obdachlosenheim an der Werbener Straße könnten Quartiere hergerichtet werden, und das mithilfe ortsansässiger Handwerksbetriebe. „Eine wunderbare Aufgabe für uns alle. Wir könnten der Leuchtturm für Sachsen-Anhalt werden“, glaubt der Ortsbürgermeister. Der Landkreis Stendal erwartet in diesem Jahr zusätzlich gut 1000 Asylbewerber, mehr als 500 leben bereits in der Ostaltmark, und dort fast ausschließlich in der Kreisstadt Stendal.

Gose hat einen Bericht im Fernsehen über eine Initiative in Franken gesehen. „Dort haben sich die Bürger der Gemeinde so sehr für Flüchtlinge eingesetzt, dass man davon nur beeindruckt sein kann.“ Handwerker halfen ein kommunales Gebäude so zu erneuern und auszustatten, dass sich die Flüchtlinge dort wohlfühlen konnten. „Der eine Handwerker reparierte die Fenster, ein anderer kümmerte sich um die Heizung. Über einen Aufruf kam eine Küche ins Haus, wenn auch gebraucht.“ Wenn denn das einstige Obdachlosenheim für das Osterburger Projekt ungeeignet sein sollte, lasse sich bestimmt ein anderes Objekt im kommunalen Eigentum finden, zeigt sich Gose im AZ-Gespräch zuversichtlich.

Goses Favorit macht momentan keinen sonderlich guten Eindruck. Das Haus steht seit längerer Zeit leer, ist heruntergekommen. Der Christdemokrat setzt auf das Herz und das fachliche Können der Handwerkerschaft in Osterburg und Umgebung sowie auf die Hilfsbereitschaft anderer Bürger. „Ich bin da vielleicht ein wenig blauäugig, doch in Franken hat es geklappt, warum also nicht auch bei uns?“ Mit Parteifreund Nico Schulz, dem Bürgermeister der Einheitsgemeinde, habe er bereits gesprochen und dieser habe nicht gleich abgewinkt. Gose will das Thema nun für die nächste Sitzung des Ortschaftsrates am 23. Februar auf die Tagesordnung setzen.

Für die Asylbewerber in der Ostaltmark ist das Landratsamt zuständig. Wichtiger Anlaufpunkt für Flüchtlinge soll die Gemeinschaftsunterkunft am Möringer Weg in Stendal bleiben. Nach einem Beschluss des Kreistages können die Menschen aber auch verstärkt dezentral untergebracht werden. Das heißt: Der Landkreis mietet Wohnungen an. Bislang konzentrieren sich die Mitarbeiter der Verwaltung dabei auf Stendal, und auch die Flüchtlinge bevorzugen eine Adresse im Stadtteil Stadtsee. Der Landkreis hält ihnen aber neuerdings grundsätzlich auch die Tür in andere Gemeinden offen (die AZ berichtete). Osterburg ist annähernd 25 Kilometer von der Kreisstadt Stendal entfernt.

Schulz, der Bürgermeister der Einheitsgemeinde Osterburg, hat sich gestern nicht großartig in die Karten schauen lassen. Sein kurzer Kommentar: „Dieser Vorschlag verdient es, geprüft zu werden.“

Von Marco Hertzfeld

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare