Beusteraner Feuerwehr baut auf einen Schlag Damen-Wettkampfgruppe auf

Floriane von null auf zehn: Frauen erstmals am Start

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Diese und weitere Frauen trainieren für den Feuerwehrsport. Die Gruppe will sich schon bald mit anderen Teams messen.

Beuster. Der Schutzpatron der Feuerwehren ist männlich und noch heilig obendrauf. Doch Florian bräche sicherlich kein Zacken aus der Krone, gäbe es auch eine passende Floriane. Die Feuerwehr Beuster hat auf einen Schlag eine Wettkampfgruppe für Frauen aufgebaut.

Die zehn Damen sollen natürlich auch möglichst für den aktiven Dienst begeistert werden und bei Einsätzen ausrücken. 

Schon seit einiger Zeit gebe es bei den Brandschützern des Seehäuser Ortsteils keine aktiven Kameradinnen mehr bis auf eine einzige. Nicht unterschlagen werden soll eine Handvoll Damen, die in der Altersabteilung oder derzeit nicht aktiv sind. „Wenn es denn eine Frauenquote geben würde, hätten wir sie vernachlässigt, ja, das stimmt“, sagt Wehrleiter Christian von Hagen im AZ-Gespräch und lächelt. „Man sollte schon beide Geschlechter, alle Ressourcen und Fähigkeiten einbinden.“

Cindy Reimann, Tina Hilgenfeld, Melanie Malling, Anne-Katrin Krüger, Sina Conrad, Frances Gehne, Nadine Koritsch, Angie Prögler, Saskia König und Nadine Nitsche haben Feuer gefangen. „Die Frauen möchten sich in den verschiedenen Disziplinen des Feuerwehrsports spezialisieren, aber auch die aktiven Kameraden in ihrem Aufgabenfeld tatkräftig unterstützen“, erläutert Martin Rei-necke, stellvertretender Wehrleiter und Öffentlichkeitsarbeiter. Als offizielles Gründungsdatum ist der 17. November festgehalten worden. Die Frauen, zwischen 20 und 23 Jahre alt, trafen sich an diesem Tag das erste Mal. Der Ausgang war allerdings noch völlig offen.

Die Altmärkerinnen konnten in den Alltag einer Dorffeuerwehr hineinschnuppern und erste Dinge lernen. „Bei einigen Frauen zeigte sich ein großes Staunen, als sie erfuhren, für welche Aufgaben die Feuerwehr in einem Dorf alles verantwortlich ist und wie viel Freizeit mit diesem Ehrenamt verbunden ist.“ Gerade in kleineren Orten sei eine Feuerwehr ja nicht nur für den Brandschutz zuständig, sondern engagiere sich auch maßgeblich für kulturelle Höhepunkte. „Schlussendlich konnten alle anwesenden Frauen für die Feuerwehr gewonnen werden, worüber wir sehr stolz sind“, berichtet Reinecke.

Die Floriansjünger des Elbedorfes haben ihr Aktivitäten im Feuerwehrsport in jüngster Vergangenheit wieder verstärkt. Bei den Männern trainieren zwei Mannschaften, bei der Jugend ein Team. Eine Damenmannschaft hat es laut von Hagen bislang überhaupt noch nicht gegeben. Die zehn Frauen haben die Feuerwehr bei Veranstaltungen wie dem Elbefest oder Wettkämpfen erlebt und gesehen. Das Interesse wuchs. Feuerwehrsprecher Reinecke: „Mit dem Engagement der frischen Feuerwehranwärterinnen wird auch eine Belebung der in der Verbandsgemeinde jährlich stattfindenden Feuerwehrwettkämpfe erreicht und demzufolge ein Beitrag für die kulturelle Belebung der Region geschaffen.“

Wann die Beusteraner Frauen das erste Mal bei einem Wettkampf auf die Strecke gehen, werde sich zeigen, in diesem Jahr solle es aber schon sein. Die Feuerwehr hat momentan 99 Mitglieder, eine beachtliche Zahl. Davon sind 45 im aktiven Dienst, darunter die besagte eine Frau. „Wir haben eine Alters- und Ehrenabteilung, eine Jugendwehr und sogar eine Kinderwehr. Selbstverständlich ist das für einen solch kleinen Ort alles nicht“, findet Wehrleiter von Hagen.

Von Marco Hertzfeld

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