Schönhauser Absage könnte der Stadt das Altmärkische Heimatfest bescheren

Feierlaune wächst blitzartig

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Am Umzug des Sachsen-Anhalt-Tages 2007 in Osterburg durften sich Majestäten aus dem ganzen Land beteiligen. Bei einem Altmärkischen Heimatfest 2015 läge der Fokus auf der Region.

Osterburg. Sollte Schönhausen das Altmärkische Heimatfest 2015 tatsächlich aus der Hand geben, dann könnte die Großveranstaltung zeitgleich mit dem Stadt- und Spargelfest in der Biesestadt stattfinden.

„Osterburg sollte schon einmal auf Habtachtstellung gehen und die Gelegenheit gegebenenfalls beim Schopfe packen“, rät Hans-Jürgen Fritz. Der Biesestadt stünde damit im Mai ein Mega-Wochenende ins Haus. Eine solche Zusammenlegung könnte Osterburg mehr Besucher und zusätzliches Geld für die Festivitäten bescheren. „Einen Festumzug für das Heimatfest kriegt Osterburg auch noch hin, wenn denn umgehend mit der Planung begonnen wird“, sagt der Stendaler, der das Stadt- und Spargelfest in den vergangenen Jahren federführend organisiert hat.

Dennoch: Die Zeit wäre nicht unbedingt ein Verbündeter. Das Altmärkische Heimatfest in Schönhausen ist für das erste Juli-Wochenende geplant. Osterburgs Traditionsfest findet vom 8. bis 10. Mai statt. Die erstgenannte Veranstaltung um zwei Monate vorzuziehen und mit dem anderen kurzerhand zu verbinden, sei eine Herausforderung, die sich nur mit mehr Personal im Rathaus und im engen Schulterschluss mit dem Altmärkischen Heimatbund und den zwei altmärkischen Landkreisen bewältigen lasse. Fritz wäre bereit, sich noch einmal verstärkt ehrenamtlich für Osterburg zu engagieren, eigentlich wollte er längst deutlich kürzertreten.

„Ich kann die Bedenken in Schönhausen nachvollziehen. Am ersten Juli-Wochenende soll es nicht nur eine große Buga-Veranstaltung in Havelberg und einen Löschangriff-Feuerwehrausscheid in der Gegend geben, in Osterburg findet auch noch der Sparkassen-Cup statt“, weiß Fritz. Gerade die Volksmusikveranstaltung könne dem Heimatfest durchaus einige Besucher kosten. „Die Konkurrenz ist alles in allem recht groß.“ Dass die ostelbische Gemeinde ob der Folgen des Hochwassers 2013 noch ganz andere Dinge im Kopf habe und ihr Personal entsprechen einsetze, komme auch noch hinzu. Inwieweit die Kosten des Festes eine Rolle spielen, will Fritz nicht beurteilen. Der Verbandsgemeinderat des Elbe-Havel-Landes will sich morgen Abend in einer außerordentlichen Sitzung mit einer möglichen Absage des Altmärkischen Heimatfestes befassen.

Nico Schulz (CDU), Bürgermeister der Einheitsgemeinde Osterburg, gibt sich zurückhaltend: „Wir haben uns noch keine großartigen Gedanken gemacht, ob wir das Heimatfest ausrichten wollen oder nicht.“ Überhaupt sollte lieber die Sitzung des Rates im Elbe-Havel-Land abgewartet werden.

Das Heimatfest ist „ein Kind“ des Altmärkischen Heimatbundes, wie es dessen Vorsitzender Norbert Lazay ausdrückt. Seit Anfang der 1990er-Jahre wird es regelmäßig organisiert, die Anfänge gehen noch viel weiter zurück. Die Entwicklung in Schönhausen möchte der Gladigauer noch nicht öffentlich bewerten. Nur so viel: Komme die Absage wirklich und auch noch derart kurzfristig, „wäre es das absolut falsche Signal für andere Zweifler in der Zukunft, ein Präzedenzfall sozusagen“. Das Fest sei bislang noch nie ausgefallen. Für Osterburg wäre es das zweite Heimatfest, 2007 wurde es gemeinsam mit dem Sachsen-Anhalt-Tag und dem Stadtjubiläum ausgerichtet. „Für 2015 gab es bislang zwei Optionen: Schönhausen oder es fällt aus.“ Die 17. Auflage aus der Not heraus in Osterburg stattfinden zu lassen, wäre mit einigen Hürden verbunden. „Allein schon die Fachvorträge, die Referenten, dorthin umzuleiten, ist richtig schwierig.“

Von Marco Hertzfeld

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