Wehrleiter sieht trotz finanzieller Zwänge auch positive Entwicklungen

„Wir haben einen Sanierungsstau“

Das Gerätehaus in Walsleben zählt nicht zu denen, die modernisiert werden müssen
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Insgesamt gibt es in der Einheitsgemeinde Osterburg (hier ein Blick auf das gerätehaus in Walsleben) 24 Ortsfeuerwehren. An einigen Standorten sind Sanierungen der Gerätehäuser geplant.
  • Tobias Henke
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Nicht weniger als 24 Ortsfeuerwehren gibt es in der Einheitsgemeinde Osterburg. Die Ausrüstung und auch die Gerätehäuser möglichst auf neuestem Stand zu halten ist angesichts klammer kommunaler Kassen eine Herausforderung.

Osterburg – „Wir haben einen Sanierungsstau“, bekräftigt der biesestädtische Wehrleiter Sven Engel auf die Frage, ob man davon sprechen könne, dass dies der Fall sei. Konkrete Pläne zur Modernisierung gibt es etwa gleich für mehrere Gerätehäuser, wie etwa Dobbrun (die AZ berichtete). „In Meseberg ist ein Anbau an das Gerätehaus geplant und in Erxleben geht es um etwas Ähnliches wie beim geplanten Neubau in Rossau. Dort müssen die Sozialräume modernisiert werden.“ Auch in Dobbrun seien Modernsierungen geplant. In den meisten Fällen steht jedoch die Finanzierung noch in den Sternen. „Die finanzielle Unterstützung durch das Land ist meiner Meinung nach nicht immer ausreichend“. Hinzu käme die prekäre finanzielle Lage der Kommune, die häufig einen hohen Eigenanteil tragen müsse, um ein neues Fahrzeug anzuschaffen oder ein Gerätehaus zu modernisieren. Nach dem Regierungswechsel sei es zudem so, dass in Sachsen-Anhalt noch nicht klar sei, wie viele Mittel des Landeshaushaltes künftig für die Freiwilligen Feuerwehren im Land in Form von Fördergeldern bereitgestellt werden.

Investiert werden muss laut Engel nicht zuletzt in die Löschwasserversorgung. Die Freiwillige Feuerwehr Osterburg wird in Kürze ein sogenanntes Hilfslöchschgruppen Fahrzeug erhalten, ein HLF 20, das etwa 400000 Euro kostet. „Auch wenn dieses Jahr nicht so extrem war, aber die Dürre und Hitze in den letzten Jahren hat die Schwierigkeiten bei der Löschwasserversorgung noch verschärft. Das ist nicht nur hier in Osterburg so, sondern fast im gesamten Landkreis, auch in Salzwedel“. Aus diesem Grund sei Engel froh, dass auf dem Lindenparkplatz zwei Löschwasserzisternen installiert wurden. Am Alten Düsedauer Weg sollen in Kürze Bohrungen erfolgen, um dort einen Löschwasseranschluss zu installieren.

Währen der Investition.- und Sanierungsbedarf bei Fahrzeugen und Gerätehausen durchaus groß ist, nennt Engel auch Bereiche, in denen sich in den vergangenen Jahren einiges getan hätte. „Nennen möchte ich hier den Digitalfunk und unsere Ausstattung mit Schutzausrüstung“. Diese sei inzwischen deutlich besser als noch vor einigen Jahren.

Wichtig in organisatorischer Hinsicht sei auch, dass die Coronazahlen es inzwischen zulassen würden, dass wieder regelmäßig die vorgeschriebenen Fortbildungen für die Kameraden der zwei Dutzend Feuerwehren in Osterburg wieder stattfinden dürfen.

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