Fast 40 000 Euro teure PC-Technik soll Flessauer Schule im wachsenden Existenzkampf stärken

Lernort auf Zukunft programmiert

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Emely und weitere elf Erstklässler weihen mit Lehrerin Sabine Schwach die neue PC-Technik der Schule ein. Bürgermeister Nico Schulz (hinten, v.l.), Bauprojektplaner Matthias Müller und Ortsbürgermeisterin Silvia Böker dürfen einige Zeit dabei sein.

Flessau. „Wir wollen die Kleinen vernünftig auf das Internet und das Leben in einer veränderten Welt vorbereiten. Ohne E-Mail-Adresse geht doch heutzutage nichts mehr“, weiß Schulleiter Olaf Jaensch. Die Flessauer Grundschüler nutzen seit gestern ein neues Computerkabinett.

Die Einheitsgemeinde Osterburg hat etwa 38 400 Euro in die zwölf Arbeitsplätze gesteckt, gut drei Viertel der Summe kommen vom Land. Eine Multimediatafel für einen zweiten Raum wird schon bald installiert. Die Ausgaben für Renovierungsarbeiten der jüngeren Vergangenheit mitgerechnet, steht unterm Strich eine niedrige sechsstellige Zahl. Für Nico Schulz, den Bürgermeister, ist der PC-Raum eine wichtige Investition in die Zukunft des Lernortes. Zum Bestreben der benachbarten Verbandsgemeinde Seehausen, die Einzugsgebiete auf Kosten Flessaus zu ändern (die AZ berichtete), meint der Christdemokrat: „Ich bin entsetzt. “ Dass der Kreistag sich gegen die Pläne der Wischestädter stellen wird, davon ist Schulz fest überzeugt. „Noch einmal: Wir wollen den Standort unbedingt halten. “.

Schulleiter Jaensch hat die Zahlen überschlagen. Käme es zu Änderungen, würde Flessau ungefähr 20 Kinder verlieren. „Allerdings weiß ich nicht, was die Zukunft noch so an Überraschungen bereithält.“ Momentan steht der Lernort mit 102 Mädchen und Jungen rein rechnerisch auf ziemlich stabilen Füßen. Vielleicht, so Jaensch zur AZ, entwickelt sich die Zahl der Einschüler ja sogar auch wieder spürbar nach oben. „Der Blick in viele Kindergärten lässt jedenfalls hoffen.“ Der Schulleiter will die „schon fast magische“ Marke von 100 Kindern jedenfalls mit allen möglichen Mitteln verteidigen. Dabei wisse er die Einheitsgemeinde und natürlich auch Ortschaft und Ortsbürgermeisterin Silvia Böker hinter sich. Wie wichtig eine Schule für das Dorfleben, für Vereine und andere Organisationen ist, weiß Matthias Müller, Bürgermeister in der Osterburger Ortschaft Gladigau, nur zu gut. „Es wird jedenfalls nicht einfacher.“ Diese Grundschule ist 1997 geschlossen worden.

Die Bildungsstätte in Flessau soll nicht dasselbe Schicksal ereilen. Die Gemeinde will die Außenanlagen neu gestalten. Wann, lässt Schulz noch offen.

Von Marco Hertzfeld

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