Rita Katillus wehrt sich gegen Umzug in das neu geschaffene Obdachlosenheim

Familie will sich nicht in „Container“ drängen lassen

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Rita Katillus will im Altneubaugebiet wohnen bleiben.

Osterburg. Rita Katillus will sich mit Händen und Füßen gegen einen Umzug in die Obdachlosenunterkunft wehren. „Der Herr Bürgermeister soll endlich damit aufhören, uns in diesen Container drängen zu wollen“, schimpft die Osterburgerin gegenüber der AZ.

Sie befindet sich nach eigenen Angaben seit einiger Zeit im Hungerstreik, nimmt nur Wasser und Tee zu sich. Ihr Ehemann, der Sohn und sie blieben dort, wo allesamt seit dem Frühjahr 2016 leben, an der August-Bebel-Straße. Nachdem ihr früheres Wohnhaus an der Wasserstraße Ende Mai teilweise eingestürzt war, wurde es ganz abgerissen. Und der Familie wurde durch die Stadtverwaltung eine Wohnung zur Verfügung gestellt. „Wir gehen da nicht raus, schließlich bezahlen wir wie andere auch Miete. “.

Nico Schulz, Bürgermeister der Einheitsgemeinde, sieht das anders: „Die Familie zahlt keine Miete, sondern eine Gebühr, was sich bei Weitem nicht miteinander vergleichen lässt.“ Der Christdemokrat will schon bald mit Katillus reden und habe die feste Zusage, dass es auch zu dem Gespräch komme. „Wir sehen die Familie nach wie vor in der neu geschaffenen Obdachlosenunterkunft.“ Die Einheitsgemeinde hatte lange Zeit keine eigene mehr (die AZ berichtete).

Die Reparatur der früheren Büromodule im Gewerbegebiet verzögerten sich, frühestens Ende Februar könnten die Arbeiten abgeschlossen sein, sagt Schulz der AZ. Danach sollte die Familie aber ihre Koffer für die Notunterkunft packen. Die Stadt sei nun einmal nicht verpflichtet, Obdachlosen eine Wohnung zu besorgen und auch noch die Miete zu bezahlen. Schon allein deshalb, weil das andere Menschen als ungerecht empfinden könnten.

Von Marco Hertzfeld

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