Verwaltung sind die Hände gebunden

Ortschefs wünschen sich mehr Radwege

Die Schwiegermutterbrücke ist derzeit der einzige Übergang für Fußgänger und Rasdfahrer in unmittelbarer Nähe des Schwimmbades
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Blick von der Schwiegermutterbrücke in Richtung Biesebad: Weitere Brücken entlang des Gewässers sind Mangelware
  • Tobias Henke
    vonTobias Henke
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Schon im Jahr 2008 wurde die Schwiegervaterbrücke aus dem Verkehr gezogen und 2015 schließlich abgerissen. Im Zuge des Baus eines straßenbegleitenden Radweges parallel zur B 189 sind im aktuellen Haushaltsplan Finanzmittel zum Neubau der Brücke eingestellt, die von zentraler Bedeutung für das Rad- und Fußwegenetz in der Einheitsgemeinde ist. Bei Radwegen von den Dörfern in die Kernstadt Osterburg tut sich weiterhin nichts. Ein Grund hierfür sind nicht zuletzt die Zuständigkeiten.

Osterburg – „Die Radwege entlang von Kreis- und Landesstraßen fallen in den Zuständigkeitsbereich der Landesstraßenbaubehörde“, erklärt der biesestädtische Bauamtsleiter Matthias Köberle. Seiner Auskunft nach arbeitet die Stadt aber gemeinsam mit der Behörde an einer Realisierung eines Radweges von Düsedau nach Walsleben. Einen etwaigen Baubeginn gibt es hier noch nicht.

„Wir warten schon so lange auf diesen Radweg“, sagt Ortsbürgermeisterin Christine Klooß (CDU) gegenüber der AZ. Sie argumentiert auch mit der Gefährlichkeit der Fahrbahn für Fußgänger und Radfahrer. „Hier fahren ja so viele Lkw lang, deshalb wäre es wichtig, dass sich hier was tut.

Gladigaus Ortsbürgermeister Matthias Müller (CDU) hat nicht zuletzt die Schulkinder im Blick. „Die Kleinsten fahren noch nicht mit dem Fahrrad zur Schule, aber für die größeren wäre das sicher eine Möglichkeit, wenn es einen Weg von Gladigau nach Flessau geben würde“. Dort gehen die Grundschüler aus der Ortschaft zur Schule. Müller hofft, dass sich im Zuge des Autobahnbaus hier eventuell die Möglichkeit ergibt, einen straßenbegleitenden Radweg zu bauen, „denn dann nimmt der Verkehr ja noch mehr zu“. Derzeit wäre es für Kinder oder Familien utopisch von Gladigau über Storbeck nach Osterburg zu fahren. „Ich bin viel mit dem Rad unterwegs und wenn ich mal bis nach Osterburg fahre, dann immer über Zedau, dort ist weniger los auf den Straßen.

Etwas besser ist die Lage in Erxleben aufgrund der unmittelbaren Nähe zur Bundesstraße. Über die alte B 189 kommt man ja direkt an den Altmarkrundkurs und dann problemlos nach Osterburg, sagt Ortschef Steffen Seifert. Anders sähe es bei den Verbindungen zu den Nachbardörfern aus, „Ein Radweg nach Polkau und Düsedau wäre sehr wünschenswert, so Seifert etwa mit Blick auf die kurvige kurze Strecke in den Nachbarort Düsedau.

Allen befragten Ortsbürgermeistern gemeinsam ist der Wunsch nach einem stärker ausgebauten Radwegenetz. Doch hier sind der Stadt aufgrund fehlender Zuständigkeit die Hände gebunden und es bleibt die Hoffnung, dass einzelne Projekte in der Prioritätenliste nach oben rutscht, was in vielen Fällen als unwahrscheinlich erscheint, da auch die Zahl der Einwohner bei der Umsetzung eine Rolle spielt.

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