Zukunft des Empfangsgebäudes steht auf der Kippe

Entscheidung bis Ende 2011

Simone Hintersdorf (v.l.), Michael Müer, Detlef Kränzel, Burkhard Geyer und Katrin Kunert schauten sich gestern den Bahnhof an und sprachen über die Zukunft des Empfangsgebäudes. Foto: Ziems

Osterburg. 2,6 Millionen Euro hat die Deutsche Bahn in den vergangenen Jahren investiert. Dazu zählen auch Brücke, Bahnsteige und Fahrstühle. Die Einheitsgemeinde konnte mit Fördermitteln zudem eine knappe Million Euro aufbringen. Damit entstand der Busbahnhof.

Wie Bundestagsabgeordnete Katrin Kunert (Die Linke), ihr Wahlkreismitarbeiter Burkhard Geyer, Osterburgs amtierender Bürgermeister Detlef Kränzel sowie Simone Hintersdorf vom Bahnhofsmanagement Magdeburg und Regionalbereichsleiter Michael Müer feststellten, haben sich die Investitionen gelohnt.

Doch mit dem einstigen Empfangsgebäude bleibt ein Schandfleck. „Wir brauchen das Objekt nicht mehr und wollen es veräußern“, machte Michael Müer gestern unmissverständlich deutlich. Derzeit würden auch Verhandlungen mit einem Interessenten laufen, bei dem das Osterburger Empfangsgebäude als eines von acht in einem Paket veräußert werden könnte. Zu den Einzelheiten, wie zum Beispiel einer möglichen Nutzung, wollte sich der Regionalbereichsleiter allerdings nicht äußern.

Sollte bis zum Ende des Jahres keine Einigung erzielt werden, droht dem Gebäude der Abriss. Damit würde eine lange Geschichte enden. Denn das Objekt wurde bereits 1901 bis 1902 errichtet. Doch inzwischen sind die Türen geschlossen, die unteren Fenster zugenagelt und die Scheiben der oberen Etagen zerstört. „Irgendwann fällt etwas herunter und wir müssen einen Bauzaun aufstellen. Das bringt alles nichts“, unterstrich Michael Müer, dass eine Lösung gefunden werden muss. Zumal in Dachrinnen bereits Pflanzen gedeihen. Die Kommune wird das Objekt aber nicht übernehmen. Detlef Kränzel erklärte dabei, dass das Empfangsgebäude für Osterburg keine zentrale Rolle spielt, da es sich eher am Rand der Kernstadt befindet. Trotzdem ist die Einheitsgemeinde natürlich an einer Lösung interessiert.

Der Bahnhof an sich bleibt der Hansestadt aber auch in Zukunft erhalten. So gibt es dort täglich rund 500 Ein- und Aussteiger. Übrigens: In Stendal liegt diese Zahl bei 5700, in Leipzig bei 70 000 und im Berliner Hauptbahnhof bei 400 000.

Von Christian Ziems

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