Kommune und Kameraden wollen sich für Zukunft der Wehren einsetzen

An einem Strang ziehen

Der Hausbrand an der Bahnhofstraße zählte zu den größten Einsätzen. Damit die Ehrenamtlichen sicher arbeiten können, muss das nötige Geld für die Ausrüstung vorhanden sein. Foto: Archiv/jg

Osterburg. Stadtwehrleiter Sven Engel macht sich Sorgen um die finanzielle Ausstattungen der Feuerwehren. Dies unterstrich er während der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates.

So soll und muss Osterburg sparen, befindet sich in der Haushaltskonsolidierung und bekommt immer weniger Geld vom Land. Doch die Aufgaben der Feuerwehren werden nicht weniger – eher im Gegenteil. Sven Engel verwies auf den geplanten Autobahnbau. Die Hansestadt wird wohl für einen Abschnitt zuständig sein. Daran muss bei den nächsten Anschaffungen gedacht werden. So gilt es zum Beispiel bei Scheren und Spreizern möglichst auf einem neuen Stand zu sein. Denn die Fahrzeuge werden immer sicherer, dass Befreien von Verletzten darum auch schwieriger. „Mit unserem alten Spreizer konnten wir bei neuen Pkw nur noch Lackkratzer verursachen, aber vielmehr nicht“, nannte Sven Engel ein Beispiel.

Dieser Entwicklung wird Rechnung getragen, indem die Ausbildung der Kameraden immer häufiger auch in Verbindung mit Fachfirmen spezieller wird. Außerdem wurden viele Geräte nach der Wiedervereinigung angeschafft. Diese sind inzwischen um die 20 Jahre alt, an Ersatzbeschaffungen muss langsam gedacht werden. Auch die Gerätehauser gilt es zu unterhalten. Derzeit bereitet den Kameraden in Osterburg die zum Teil porösen Dachziegel Sorgen. „Wir versuchen zu flicken wo es geht, aber irgendwann müsste es neu gedeckt werden“, unterstrich der Stadtwehrleiter.

Dies alles kostet Geld, das Osterburg schwer aufbringen kann. Darum wollen Kommunen und Kameraden gemeinsam versuchen, dem Land und Finanzminister Jens Bullerjahn klar zu machen, dass für den Unterhalt von Feuerwehren auch die finanziellen Möglichkeiten vorhanden sein müssen. Dies könnte zum Beispiel mit einer Petition erfolgen.

Fest steht, dass die Feuerwehren benötigt werden. So hatte die Osterburger Stadtwehr 2011 bereits 61 Einsätze. Zum Vergleich: Die Kameraden rücken im Durchschnitt pro Jahr 66 Mal aus. Hinzu kommen Ausbildung und Absicherungen bei Veranstaltungen. Dies summiert sich auf rund 5400 Stunden. Die Fäden laufen bei Sven Engel zusammen, der nicht nur Chef der Osterburger Wehr ist, sondern auch Stadtwehrleiter der gesamten Einheitsgemeinde. Unterstützung erhält er vom Ordnungsamt. Auch der rührige Förderverein hält den aktiven Kameraden immer wieder den Rücken frei.

Von Christian Ziems

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare