Osterburgs Stadtwehr öffnet fast 500 Kindern die Tür und hofft für die Zukunft auf neue Mitglieder

„Eine unschlagbare Gemeinschaft“

Emelie erklimmt gut gesichert einen Turm aus Getränkekisten. Das Bild daneben zeigt Kinder auf einem Mähdrescher. Staunende Augen erzeugt ein Brandschützer mit Atemschutz. Und beim Zielen mit dem Wasserschlauch wird der Ehrgeiz geweckt. Fotos: Hertzfeld

Osterburg. „Emelie, Emelie, Emelie . . . !“ Die Kinder feuern ihre Spielkameradin lautstark an. An diesem Vormittag steht dem Mädchen nicht der Sinn nach Sandkasten und Wippe. Emelie erklimmt einen Turm aus Getränkekisten. Inzwischen sind es sechs dieser Plastikteile.

Mitglieder des Technischen Hilfswerkes Wittenberge packen noch eine Kiste nach. Mut und Geschick sind gefragt. Emelie hat sich vorher ganz genau angeschaut, wie sich die Jungs denn so schlagen, und trumpft nun auf. Die junge Altmärkerin ist eines von insgesamt fast 500 Kindern aus Betreuungseinrichtungen der gesamten Einheitsgemeinde, die der Osterburger Feuerwehr einen Besuch abstatten.

„Uns als Feuerwehren ist klar, dass es mehr bedarf als eines klassischen Tages der offenen Tür, um Interesse bei der Bevölkerung – hier insbesondere die Kinder – für eine Mitgliedschaft in der Feuerwehr zu entflammen“, unterstreicht Stadtwehrleiter Sven Engel. Daher sei zum Sachsen-Anhalt-Tag in Osterburg 2007 die Idee geboren worden, eine solche Aktion an einen Werktag stattfinden zu lassen und nicht am Wochenende, um möglichst viele Mädchen und Jungen aus Tagesstätten und Schulen zu erreichen. Zahlreiche Kameraden nehmen seitdem extra für diesen Tag Urlaub. „Das kann man den Leuten gar nicht hoch genug anrechnen“, lobt Engel.

Die Brandschützer öffneten ihr Gerätehaus an der Stendaler Straße, zeigten Fahrzeuge und Löschtechnik. Mitglieder der Rettungshundestaffel des DRK-Kreisverbandes „Östliche Altmark“ berichteten von ihrer Arbeit. Johanniter-Unfallhelfer fuhren einen Rettungswagen vor und beantworten ebenfalls Fragen der Kinder. Ein Landtechnik-Unternehmen sorgte mit einem Mähdrescher für einen zusätzlichen Anziehungspunkt. Mitarbeiter des örtlichen Jugend-Freizeit-Zentrums (Internationaler Bund) sorgten für Kreativangebote und schminkten Kindergesichter. Der Förderverein der Feuerwehr Osterburg organisierte die Versorgung aller beteiligten Kräfte. Die Veranstaltung diente auch der Brandschutzerziehung. Kinder saßen vor einem Puppenhaus, mit dessen Hilfe sich der Ernstfall simulieren lässt. Dass Rauchmelder wichtig seien und wie sich ein jeder bei Ausbruch eines Brandes verhalten sollte, lerne sich schließlich nicht von allein. Engel hofft, den einen oder anderen Besucher schon bald in der Kinder- oder Jugendwehr begrüßen zu können.

Neue Mitstreiter wünscht sich der Biesestädter auch für die aktive Truppe. Der Brandschutz im Landkreis hat Nachwuchssorgen. Engel: „Feuerwehr ist mehr als Feuer ausmachen. Wer sich bei uns in der Feuerwehr engagiert, trifft auf ein tolles Team und nimmt viel für sich mit. Teamgeist, Zusammenhalt und das Einbringen individueller Fertigkeiten formen jeden Einzelnen und machen aus unserer Feuerwehr eine unschlagbare Gemeinschaft, die für ihre Mitbürger einsteht.“

Von Marco Hertzfeld

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