„Jugend forscht“: Julius stellt sich heute der Jury beim Landeswettbewerb

Eine Spur von Radioaktivität

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Das geübte Auge erkennt eine Nebelspur auf dem Boden der Tatsachen. Wer diese sehen möchte, muss allerdings warten, bis das Temperaturverhältnis in der Glaskammer stimmt. Wenn der Nebel erscheint, liegt Radioaktivität in der Luft.

Osterburg. Es braucht keinerlei physikalischer Kenntnisse, um zu erkennen, dass man in einer Nebelkammer nicht stehen kann. Ist es doch eher ein Kämmerlein. Dafür lässt sich die Apparatur vorzüglich einfach transportieren.

Julius Vincent Grams stellt sich heute dem Landesfinale.

Das ist am heutigen Mittwoch auch zwingend notwendig. Denn Julius Vincent Grams steht für sich gesehen und symbolisch gesehen die Flagge des Markgraf-Albrecht-Gymnasiums haltend im Landesfinale des Wettbewerbs „Jugend forscht“. Ein Rückblick auf die lokale Ebene, die Vorebene im Wettstreit der klugen Nachwuchsköpfe: Der Schulpreis 2017 des Wettbewerbes „Jugend forscht“ ging bereits an das Markgraf-Albrecht-Gymnasium Osterburg. Den Sonderpreis der IGZ BIC Altmark erhielt eben jener junge Mann, welcher sich heute der Jury stellen muss und am morgigen Tag, welcher der Öffentlichkeit zum Schauen zur Verfügung steht, sicherlich die ein oder andere Frage beantworten wird.

Vielleicht kommt dann schon der ein oder andere Kontakt zustande, welche den 17-Jährigen für die Zukunft in Sachen Forschung beziehungsweise Studium oder Arbeitsleben inspirieren. „Irgendetwas mit Physik“ soll es später einmal sein, sagt der Schüler der elften Klasse, welcher in diesem Jahr zum ersten Mal an dem Wettbewerb teilnimmt.

Was kann das, was Julius gebaut hat, wobei er einen Plan eines Studenten als Vorlage nahm, um ein paar Elemente dann noch zu verändern?! „Alpha-, Beta- und Gamma-Strahlung“ lauten Stichwörter. Das Gerät weist radioaktive Strahlung in der Umgebung nach. Knappe vier Wochen in den vergangenen Sommerferien investierte der Gymnasiast, um dieses Projekt in die Tat umzusetzen. Die notwendigen Teile konnte er der studentischen Vorlage entnehmen. Eine Osterburger Firma half mit der Verglasung des Systems. Letzteres braucht – stark verkürzt und simpel zusammengefasst – Alkohol, Wasser, sowie eine Stromversorgung, um eine „übersättigte Zone“ innerhalb der Glaskammer zu erzeugen. Das Gemisch aus Isopropanolalkohol und Wasser verdampft und sinkt nach unten. Durch Ionisation, durch die radioaktive Strahlung der Umgebung werden Elektronen gelöst, elektrisch positiv geladen, was als Resultat Nebelspuren erzeugen kann. Wer dies nicht mehr oder noch nicht nachvollziehen kann, wird es sich künftig von kommenden Generationen an Schülern des Gymnasiums erklären lassen können. „Die Nebelkammer wird eine Dauerleihgabe“, sagt Julius. „Ich möchte es den Schülern nicht vorenthalten.“

In einem Experiment wies er an einem bestimmten Tag, an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit 2,7 Millisievert nach. Laut Statistik würden in der Region weniger als 0,6 Millisievert als Größe für die radioaktive Strahlung als normal gelten. Das sei für die Gesundheit allerdings nicht schlimm. Durchschnittliche Werte in Deutschland liegen bei zwei bis zehn Millisievert. Und dies hängt von sehr vielen Umweltfaktoren ab, weiß der von der Physik begeisterte Julius.

Von Alexander Klos

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