Hindenburgerin möchte in Osterburgs historischer Tankstelle Laden für Gemüse einrichten

„Eine kleine Theke im Inneren“

+
Noch kein Aushängeschild: Die „Tanke“ liegt an zwei Zufahrten in die Kernstadt. 

Osterburg. „Das Objekt hat Potenzial, man sieht es nur nicht mehr.“ Baerbel Malinke will der früheren Tankstelle in Osterburg neues Leben einhauchen. Kraftstoff soll dort allerdings nicht fließen.

Die Hindenburgerin möchte in dem denkmalgeschützten Objekt aus den 1930er-Jahren einen Laden einrichten und regionale Produkte anbieten. „Eine kleine Theke im Inneren und draußen ist der Platz ja so wunderbar überdacht. Das wird sicherlich schön“, schwärmt sie im Gespräch mit der AZ.

Baerbel Malinke.

Die Mutter dreier Kinder kennt das Gebäude bereits ganz gut, im Dezember hat sie davor Weihnachtsbäume verkauft, ab April wird es wieder Spargel eines Genthiner Betriebes sein. Malinke kann sich vorstellen, zwischen Düsedauer Straße und Stendaler Chaussee Obst, Gemüse und Blumen anzubieten. „Der Schwerpunkt sollte aber eben auf Produkte aus der Altmark und den angrenzenden Gebieten sein. Darauf legen viele Menschen heutzutage Wert.“ Sicherlich müsse einiges renoviert werden. In welchem Umfang genau, lasse sich noch nicht sagen. „Auf jeden Fall muss erst einmal der Müll raus, da ist viel Dreck durch die kaputten Fenster geschmissen worden.“

Über den Zustand der alten Tankstelle weiß Michael Dihlmann Bescheid, ihm gehört das Objekt seit etwa acht Jahren und er sei mit Malinke gut bekannt. „Die Idee klingt interessant und ich werde mir noch einmal alles durch den Kopf gehen lassen.“ Der Biobauer aus Busch hatte immer wieder eigene Pläne. So sprach er beispielsweise davon, ein besonderes Café einzurichten und dafür das Ambiente der historischen Zapfstation möglichst originalgetreu wieder herzurichten. Inwieweit diese Ideen für immer Geschichte sind oder nicht, lässt Dihlmann offen. „Es ist sicherlich einiges in Bewegung.“ Egal, wie die Zukunft des Gebäudes aussehen wird, der Landkreis als zuständige Denkmalschutzbehörde dürfte auch mitreden wollen.

Bis in die 1970er-Jahre hinein Tankstelle, hatten dort danach nicht zuletzt Rinderbesamer ihre Büros. Sie versorgten die Zuchtbetriebe in Osterburg und Umgebung von dort aus mit ausgewähltem Erbgut. Verblasste oder abblätternde Buchstaben zeugen noch von dieser Vergangenheit. Osterburg will touristisch stärker punkten. Die „Tanke“ gilt derzeit als Schandfleck.

Von Marco Hertzfeld

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare