Osterburgs Schulleiterin Editha Schmundt will in ihrem Ruhestand das Gitarrenspiel neu erlernen

Eine Hausaufgabe für die Zukunft

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Editha Schmundt vor dem Hauptportal des altehrwürdigen Schulstandortes. Die Bildungsstätte soll nun schon bald „Grundschule am Hain“ heißen. Die 59-Jährige wird die Einrichtung noch ins Jubiläumsjahr führen – im Januar ist ihr letzter Arbeitstag.

Osterburg. „Ursprünglich wollte ich ja gar keine Lehrerin werden, sondern lieber irgendetwas mit Finanzen machen“, gesteht Editha Schmundt lachend ein. Eine Freundin hat sie damals regelrecht zur Bewerbung überreden müssen.

Dafür ist ihr die gebürtige Brunauerin für immer dankbar. Nach fast 40 Jahren pädagogischer Arbeit resümiert die Leiterin der Osterburger Grundschule zufrieden: „Es war die richtige Entscheidung. Ich bereue nichts. Im Gegenteil, ich habe mein berufliches Glück gefunden. “ Da sich nun der Abschied aus der Bildungsstätte nähert, kommt schon ein wenig Wehmut auf. Am 31. Januar 2014 wird ihr letzter Arbeitstag sein. Um aber erst gar keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Schmundt, die zwischen Weihnachten und Neujahr ihren 60. Geburtstag feiert, freut sich auf den Ruhestand. „Er ist wohlverdient“, meint sie und lächelt.

Die Altmärkerin hat sich in Staßfurt zur Unterstufenlehrerin ausbilden lassen. Noch keine 21 Jahre alt, unterrichtete sie bereits Kinder in Deutsch, Mathematik und Sport. Von Mitte der 70er-Jahre bis 1980 verteilte sie in Gladigau Noten, um schließlich an die Schule in Späningen, ihrem Wohnort, zu wechseln. 1998 kam Schmundt nach Osterburg und übernahm schon bald die Leitung der Bildungsstätte. „Die Umstellung war enorm. Späningen hatte damals fast nur noch 30 Kinder. Hier in Osterburg waren es etwa 400 Mädchen und Jungen.“ Momentan sind es 220 junge Altmärker, die von insgesamt 15 Lehrern, zwei Pädagogischen Mitarbeitern sowie zusätzlichen pädagogischen Hilfskräften und Praktikanten auf das Leben vorbereitet werden. „Ein kollegiales Miteinander sowie eine einheitliche und gute Linie waren mir immer wichtig. Und natürlich müssen die Eltern möglichst viel einbezogen werden. Nur so kann eine Schule auf Dauer funktionieren.“

Im Ruhestand werde ihr garantiert nicht langweilig. Das große Grundstück will gepflegt sein. Ihr Ehemann freue sich wie sie auf mehr gemeinsame Zeit. „Außerdem möchte ich Gitarre spielen lernen.“ Als Kind hat sie das Instrument bereits einmal ganz gut beherrscht, das Können aber über die Jahre wieder verloren. „Diesmal bleibe ich dran“, versichert sie. Natürlich möchte sie auch ihre zwei Töchter in Zukunft wieder häufiger sehen, die eine lebt und arbeitet als Ärztin in Neubrandenburg, die andere, eine Ingenieurin für Pharmatechnik, ist in Nordrhein-Westfalen tätig. „Ich habe auch zwei Enkelkinder, auf die ich mich immer wieder freue. Ach, da sind so viele Menschen und auch Sachen, die einem das Leben schön machen.“

Die Nachfolge ist noch nicht geklärt. Das Landesverwaltungsamt sucht nach einer neuen Spitze, die Stelle ist längst ausgeschrieben. Wenn Osterburg im November des nächsten Jahres den 120. Geburtstag des traditionsreichen Schulstandortes an der Hainstraße begeht (die AZ berichtete), wird Schmundt als Gast an den Feierlichkeiten teilnehmen. „Wissen Sie“, sagt die Schulleiterin gerührt, „inzwischen habe ich bereits die zweite Generation bei mir. Die Kinder von einst schicken nun ihre Kinder hierher. Wenn ich sehe, was aus vielen Schülern geworden ist, kann ich so richtig stolz sein.“

Von Marco Hertzfeld

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