Der Chef der Borghardtstiftung hat konkrete Vorstellungen für geplante Kita

Eine Begegnungsstätte mit Garten für Osterburg

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Genügend Platz für große Visionen: Osterburgs Bürgermeister Nico Schulz (links), „Lindenbaum“-Leiterin Stefanie Marks und Stiftungschef Elimar Brandt bei der Begehung der „Grünen Mitte“ im September 2018.

Stendal / Osterburg – Elimar Brandt hat eine Vision: „Ein gebrechlicher alter Mann sitzt im Rollstuhl. Im Hintergrund ist Kinderlachen zu hören. Es rollt ein roter Ball heran. Plötzlich steht der Mann steht auf, schüttelt sich einmal kurz und schießt den Ball dann mit voller Wucht zurück“.

Was zunächst klingt, wie die TV-Werbung einer deutschen Rentenversicherung, sind ernsthafte Gedanken über die geplante Kindertagesstätte in Osterburg. Denn Brandt, der seit 2012 die Geschicke der Stendaler Borghardtstiftung leitet, verrät: „Mit der geplanten Kita möchte ich gern einen Begegnungsraum für unterschiedliche Generationen schaffen“.

Wie genau dies umgesetzt werden soll, etwa in einem Generationen-Café, gemeinsamen Vorlesestunden oder Ausflügen, ist noch unklar. Brandt weiß aber, dass rund um die sogenannte „Grüne Mitte“ viele ältere Menschen, teilweise alleinstehend, leben. Und er ist fest davon überzeugt, dass Jung und Alt sich gegenseitig gut tun werden.

Einen Name für die Kita, dessen Bau, wie der Stiftungsvorsitzende hofft, noch in diesem Jahr in Angriff genommen werden kann und die nach Möglichkeit im Frühjahr des kommenden Jahres eröffnet werden soll, gibt es bisher nicht. Den wolle man bedacht im Dialog mit Eltern und Mitarbeitern entwickeln. „Es ist sehr wichtig, alle Beteiligten von Anfang an einzubinden, nicht nur bei der Namensfindung“, erklärt Brandt, der schon seit einigen Monaten im Kontakt mit der Stadt Osterburg und dem Jugendamt steht.

Zum Stand der Planungen erklärt der Vorstand: „Wir warten momentan jeden Tag auf einen Anruf, dass es endlich zum Notar geht.“ Denn dann wird die Borghardtstiftung als offizieller Eigentümer der „Grünen Wiese“ eingetragen und es kann an die Feinplanung gehen. Mit dem Stendaler Architekten Steffen Klug hat Brandt einen alten Bekannten an Bord. „Er hat mich schon bei diversen Projekten begleitet“, dazu zählt etwa die Kita „Leicht-Sinn“, die in diesem Monat in Stendal eröffnet wurde.

Die Frage „Braucht es überhaupt eine weitere Kita in Osterburg?“ kann Brandt ganz klar mit „ja“ beantworten. Denn mit der Eröffnung des neuen Standortes schließt die Kita „Lindenbaum“ in der Bismarker Straße mit 29 Betreuungsplätzen. Benötigt werden in Osterburg aber etwa 60 Kitaplätze, die die Borghardtstiftung künftig zur Verfügung stellen möchte. Dass die Einrichtung einen integrativen Charakter bekommen wird, steht für Brandt außer Frage: „Ich baue keine Kita nur für eine Gruppe Menschen. In unserer Gesellschaft muss für jeden Menschen ein Platz sein, ob mit oder ohne Behinderung.“

Spielmöglichkeiten soll die neue Kita reichlich bieten, aber auch Platz für Kreativität. Brandt ist es zudem wichtig, dass die Kinder mit der Natur in Berührung kommen. „Ein Kleingarten wäre da eine gute Möglichkeit“. Als kirchlicher Träger steht für die Borghardtstiftung die Vermittlung von Werten an oberster Stelle. In welcher Form die Wünsche des Vorstandes in die tatsächliche Planung einfließen werden, wird sich bald zeigen.

VON CHARLOTTA SPÖRING

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