Händler in der Breiten Straße ärgert sich über die Verwaltung

Streit um den richtigen Platz

Carsten Gruhgn möchte mit seinem Stand gerne etwas vorrücken, doch dafür fehlt ihm die Ausnahmegenehmigung
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Carsten Gruhn verkauft an der Breiten Straße Spargel. Er würde gern ein Stück auf den Bordstein vorrücken, um dann das Tor zu der Einfahrt hinter sich schließen zu können.
  • Tobias Henke
    vonTobias Henke
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Carsten Gruhn verkauft an der Breiten Straße Spargel eines altmärkischen Händlers. Um zumindest etwas windgeschützter zu stehen, hat er seinen Stand etwa 20 Zentimeter weiter auf den Gehweg gestellt, da er dann das Tor zu einer Einfahrt, in der er in Absprache mit dem Grundstückseigentümer steht, schließen kann.

Doch da hatte er die Rechnung ohne das Ordnungsamt gemacht. Gruhn musste seinen Stand wieder ein Stück zurücksetzen. „Das liegt daran, da ich keine Sondergenehmigung habe, damit ich den Spargel im öffentlichen Raum verkaufen kann.“ Der Händler blickt gut zehn Meter weiter. Vor mehreren Geschäften stehen Blumenkübel quer zum Bürgersteig. „Ob es für die Blumenkübel eine Ausnahmegenehmigung gibt, möchte ich bezweifeln.“ Diese stehen in der Breiten Straße vor mehreren Geschäften. Ob hierfür auch eine Ausnahmegenehmigung benötigt oder ob dies nur für den Verkauf gilt, ist der AZ nicht bekannt.

Laut Angaben des Ordnungsamtes stand der Händler zunächst etwa 1,50 Meter im öffentlichen Raum. Bis zu einer Grenze von 20 Zentimetern gäbe es eine Toleranz vonseiten der Behörde.

Gruhn verweist auch auf die geringe Frequentierung der Breiten Straße durch Passanten. Eine Gefahr, dass jemand den Stand überstehen könnte, sehe er nicht. Das Ordnungsamt habe ihm angeboten, dass er auf dem August–Hilliges Platz stehen könnte, doch das möchte er nicht. „Ich kann hier auch zur Toilette gehen“, verweist Gruhn auf das Problem der fehlenden öffentlichen Toilette in der Einheitsgemeinde. Der Händler sagt, dass er ein gutes Verhältnis zu den Verantwortlichen der Stadt habe. Doch in diesem Fall könne er das Vorgehen nicht nachvollziehen, warum er nicht dort stehen bleiben kann, wo er seinen Stand aufgebaut hat.

Eine Nachfrage bei der Verwaltung zeigt einen Lösungsweg auf. „Wer im öffentlichen Raum zum Beispiel etwas verkauft, benötigt eine Sondergenehmigung, erläutert Detlef Kränzel, Leiter des Amtes für Finanzen und Ordnungsangelegenheiten, auf Anfrage der AZ. „Da Herr Gruhn kein Osterburger ist, wäre diese Genehmigung gebührenpflichtig.“ Für einheimische Händler fallen dagegen keinerlei Kosten für eine solche Genehmigung an, die in aller Regel laut Mitteilung von Amtsleiter Kränzel auch problemlos erteilt werden könnte.

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