Düsedaus Ortschef will Komplex am liebsten ganz abgerissen sehen

Ehemaliger Bahnhof hat den Anschluss verpasst

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Düsedau begrüßt seine Bürger und Gäste am Ortseingang mit einem schmucken hölzernen Schild. Weniger schön präsentiert sich allerdings dahinter der frühere Bahnhof der Osterburger Ortschaft. Der benachbarte Bahnübergang gehört zur durchaus viel befahrenen Strecke L14 / K1059.

Düsedau. Der stillgelegte Düsedauer Bahnhof verkommt zusehends. „Wir hätten ehrlich gesagt nichts dagegen, wenn das Ding möglichst bald ganz verschwindet.

“ Oliver Rüdrichs Herz hängt nicht sonderlich an dem backsteinernen Gebäude, wenngleich es sich dort natürlich unbestritten um ein lokales Stück Eisenbahngeschichte handele, das vor sich hin gammele. „Doch wie soll eine Umnutzung denn bitte aussehen? Ich habe keine Antwort. “ Und die Deutsche Bahn, der das denkmalgeschützte Objekt seines Wissens nach noch immer gehört, sei genauso ratlos. Vielerorts stünden ehemalige Verkehrsanlagen leer, nicht nur in der Osterburger Ortschaft. „Das Unternehmen kümmert sich nicht ausreichend, und wir als Gemeinde können da sowieso nichts machen“, meint der Bürgermeister im AZ-Gespräch.

Als der Haltepunkt vor ungefähr 15 Jahren aufgegeben worden sei, habe die Politik noch gehofft, den Bahnhof in irgendeiner neuen Form wieder vom Abstellgleis zu holen. So war zum Beispiel einige Zeit lang die Rede davon, den Komplex zum Gerätehaus der Feuerwehr umzubauen. „Doch letztendlich sind diese Pläne verworfen worden, das Gelände lag für ein solches Vorhaben einfach nicht günstig genug“, erinnert sich Rüdrich. Im Laufe der Jahre verschwanden das Schrankenwärterhäuschen und Nebengebäude. Der Verkehr am nahen Bahnübergang wird elektronisch geregelt. Um den Bahnhof selbst wuchert Unkraut, die Fassade ist mit Farbe besprüht, ungebetene Gäste haben überall am Haus ihre Spuren hinterlassen. Der Ortsbürgermeister vermutet zudem, dass das Dach an einigen Stellen nicht mehr ganz dicht ist. Ob das Bahnunternehmen im Gebäude noch irgendwelche Steuertechnik stehen hat, weiß Rüdrich nicht.

Die Bahn äußerte sich auf Anfrage bislang nicht dazu, was mit dem Bahnhof passieren soll.

Von Marco Hertzfeld

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