Denkmal geplant: Ortsrat rückt Spargelzüchter Huchel mehr ins Rampenlicht

Edelgemüse soll kunstvoll in Bronze

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Der August-Huchel-Platz der Biesestadt. Das Denkmal könnte am ehesten im vorderen Bereich aufgestellt werden.

Osterburg – „Wir sind auch eine Huchelstadt und nicht nur eine Hansestadt.“ Osterburgs Ortschaftsrat will August Huchel, dem Begründer der modernen Spargelzucht, ein besonderes Denkmal setzen. „Keine Büste, die haben für mich oft einen Hauch von 1950er-Jahre und Stalinismus“, meint Klaus-Peter Gose und lacht herzhaft.

Der Ortsbürgermeister denkt mehr an das Edelgemüse selbst, das in einer bestimmten kreativen Form dargestellt werden soll.

„Ein Kunstgießer oder Metallgestalter soll sich ordentlich Gedanken machen“, kündigt der CDU-Mann gegenüber der AZ an. Frank Hoche, Leiter des Kreismuseums, habe die Adresse schon einmal herausgesucht.

Das Objekt soll im Norden der Altstadt aufgestellt werden, auf jenem Platz, der bereits auf Initiative des Ortsrates den Namen des Vorzeigezüchters trägt. Mit der Gründung der Deutschen Spargelzuchtgesellschaft 1929 begründete Huchel Osterburgs Ruf als Spargelstadt. Alljährlich findet das Stadt- und Spargelfest statt, das auch viele Hundert Menschen von außerhalb anzieht. An den Spargelvater erinnert auch schon ein Relief vor dessen Wohnhaus an der Wallpromenade. „Wir müssen Huchel und das edle Gemüse für Einheimische und Touristen einfach noch stärker ins Rampenlicht rücken“, glaubt Gose.

Die Finanzierung ist noch nicht in trockenen Tüchern, womöglich kommt es ein weiteres Mal auf Sponsoren an. Dass das Projekt noch vor Ende der Legislatur im Mai umgesetzt werden kann, da ist sich der Ortsbürgermeister nicht sicher. „Hauptsache wir stoßen es bereits an und verlieren es nicht aus den Augen.“ Das Objekt könnte aus Bronze gefertigt werden oder vielleicht auch aus einem Metall, das preiswerter ist. „Wir überlegen noch.“ Am 26. Mai finden Kommunalwahlen im Landkreis Stendal statt, auch die Ortschaftsräte werden neu aufgestellt. „Unser aller Arbeit kann sich sehen lassen“, findet der 68-Jährige.

Osterburgs Ortschaftsrat habe „mit kleinen, feinen Projekten“ vor allem das Stadtbild bereichert. Der Christdemokrat nennt das geschichtsträchtige Motiv am Lies-Haus, das nicht minder unterhaltsame Graffito am Sozialtrakt des Biesebades, die Handpumpe an historischer Stelle nahe der Nicolaikirche, den Rastplatz für Radler an der Polkerschen Kurve der B 189 und den Ruheplatz für Wanderer nahe der Schwiegermutterbrücke. Der auf Initiative des Ortsrates aufgestellte Wegweiser auf dem August-Hilliges-Platz soll, wie bereits berichtet, schnellstmöglich repariert werden. Er war beschädigt worden.

„Wir haben neunmal einen Baum des Jahres gepflanzt, zuletzt die Esskastanie auf dem Weinberg.“ Auf Rechnung des Ortsrates konnten die Ältesten aus Kindertagesstätten kurz vor der Einschulung Eis essen. „Auch das gehört zur Bilanz eines Gremiums, das nicht viel Macht besitzt, aber über Parteigrenzen hinweg etwas bewegt hat“, ist Gose überzeugt und lässt kurz in die Kasse blicken. Jährlich etwa 15 000 Euro stehen zur Verfügung. Davon fließen schon 5000 Euro ins Spargelfest und 2000 Euro in die Weihnachtsfeier für Senioren. „Viel Spielraum haben wir nicht, umso wichtiger sind finanzielle Unterstützer.“

Zwei Legislaturen und zehn Jahre liegen hinter ihm. Im Stadtrat mischt der gebürtige Seehäuser nach eigenen Angaben sogar schon seit 1994 mit. „Ob ich noch einmal antreten will?“ Er lässt ein paar Sekunden vergehen und ergänzt: „Ich habe ein ziemlich gutes Gefühl.“ Ein Ortsbürgermeister wird allerdings nicht direkt von den Bürgern gewählt, sondern aus der Mitte des neuen Ortsrates. Vor fünf Jahren war es dort zu einer regelrechten Kampfabstimmung gekommen. Gose setzte sich knapp gegen den Linken Wolfgang Tramp durch. Inwiefern sich der Christdemokrat auch noch einmal einer solchen Auseinandersetzung stellen könnte, bleibt abzuwarten.

VON MARCO HERTZFELD

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