„Identität geht verloren“

Düsedauer Ortschaftsrat bedauert Umbenennung von Straßennamen

Auch die Straße „Schwarzer Weg“ zählt zu denjenigen, die in Düsedau umbenannt werden müssen. Ortsbürgermeister Oliver Rüdrich bedauert, dass die Stadt diesen Schritt geht.
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Auch die Straße „Schwarzer Weg“ zählt zu denjenigen, die in Düsedau umbenannt werden müssen. Ortsbürgermeister Oliver Rüdrich bedauert, dass die Stadt diesen Schritt geht.

Osterburg – Bis 2021 soll es so weit sein. Doppelte Straßennamen in der Einheitsgemeinde Osterburg sollen bis dahin der Vergangenheit angehören. Es ist ein ambitioniertes Ziel, doch es hat einen handfesten Hintergrund, warum die Zeit drängt.

„Eigentlich hätten wir das schon längst hinter uns haben müssen. Doppelte Straßennamen darf es in einer Gemeinde nicht geben“, so Stadtkämmerer Detlef Kränzel, der als Leiter des Amtes für Finanzen auch für den Bereich Liegenschaften zuständig ist.

Der Zeitpunkt, bis wann man in der Einheitsgemeinde mit den Umbenennungen fertig sein möchte, wurde nicht zuletzt, mit Blick auf die anstehenden Urnengänge gewählt. „Wir haben im nächsten Jahr zwei Wahlen. Wir können nicht gleichzeitig Wählerverzeichnisse anlegen und Straßen umbenennen.“

Vorschläge für die Umbenennung doppelter Straßennamen fehlen laut Kränzel noch aus drei Dörfern, darunter Düsedau. Ortsbürgermeister Oliver Rüdrich (WG Düsedau) sieht die Thematik in einem größeren Zusammenhang. „Ich hätte mir gewünscht, dass wenigstens die Ortsnamen im Adressnamen bleiben dürfen. Das ist ja ein Teil der Identität, die jetzt verloren geht“. Die Frage, ob Düsedau oder andere Namen in den Postanschriften auftaucht, liegt jedoch nicht in den Händen der Stadt, dies entscheidet die Post.

Für die Ortschaft Düsedau hat die Umbenennung der Namen deutliche Folgen, die Düsedauer werden sich an etliche neue Namen gewöhnen müssen. „Sechs Straßen müssen wir umbenennen. Das sind ja fast alle“, so Rüdrich. Eine Verweigerungshaltung habe der Ortschaftsrat dennoch nicht eingenommen. „Intern haben wir uns schon über mögliche neue Namen für alle Straßen verständigt, wir haben das nur noch nicht an die Stadt weitergegeben“. Er sagt dies jedoch nicht, ohne zu erwähnen, dass die Verwaltung seiner Meinung nach bei den Ortschaften Druck gemacht habe, Vorschläge zu machen.

Das Problem der doppelten Straßennamen besteht schon seit Gründung der Einheitsgemeinde vor elf Jahren. Die Doppelungen haben zur Folge, das Pakete und Postsendungen oft nicht sofort dort ankommen, wo sie hingeschickt werden. Doch nicht nur für Postsendungen ist die Doppelung ein Problem. Ein Ernstfall, der bislang nicht eingetreten ist, aber durchaus realistisch ist, ist der, dass ein Rettungswagen sich verfährt, weil die Adressen in der Einheitsgemeinde nicht immer eindeutig zu identifizieren sind. VON TOBIAS HENKE

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