Drei Jahre eingemietet

Osterburg: Flüchtlings-Unterkunft im Gewerbegebiet kurz vor Fertigstellung

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In die Räume der künftigen Unterkunft für Flüchtlinge im Gewerbegebiet am Bültgraben sollen je nach Größe zwischen zwei und sechs Personen einziehen. Insgesamt sollen etwa 60 Flüchtlinge dort unterkommen. Küche und Duschtrakt sind gemeinsam zu nutzen.

Osterburg. Das Ende der Umbauarbeiten an der Unterkunft für Flüchtlinge im Gewerbegebiet am Bültgraben steht unmittelbar bevor. „Die Bauarbeiten werden im Dezember beendet sein“, sagt Angela Vogel, Pressesprecherin des Landkreises.

Nur der hintere Teil des Gebäudes wird genutzt. Die Arbeiten am und im Haus sind fast abgeschlossen.

Etwa 60 Menschen sollen dann in den Räumen im hinteren Trakt des Gebäudes Platz finden. Pro Zimmer ist die Unterbringung von zwei bis sechs Personen geplant. Wann die erste Zuweisung vom Landkreis für die Unterkunft erfolgen wird, ist unterdessen noch nicht klar. „Es muss noch die Möblierung erfolgen“, erklärt Vogel. Deshalb begutachten heute der Leiter der Gemeinschaftsunterkunft in Stendal, Jochen Heindorff, und ein Ausstatter das Gebäude der Berufsbildungsakademie „Altmark“, die im vorderen Teil weiterhin Räume unterhält. Neben Heindorff wird außerdem die Gewerbeaufsicht einen prüfenden Blick auf die Räumlichkeiten werfen.

Die Arbeiten im Innenbereich sind sonst nahezu fertig. „Bei der Übernahme vor den Umbauten haben wir gute Voraussetzungen vorgefunden“, lobt die Pressesprecherin. Küche, Aufenthaltsraum und Sanitärbereich seien vorhanden gewesen. Große Gemeinschaftsküchen werden von allem benutzt. Auch die Duschräume mit den spärlich abgegrenzten Kabinen erinnern an eine Gemeinschaftsunterkunft. Weiterhin gibt es einen Waschmaschinenraum, Krankenzimmer, ein Sozialarbeiterbüro und einen großen Aufenthaltsraum. Dennoch will man sich nicht von der Idee der dezentralen Unterbringung verabschieden. Am Gebäude wurde zuletzt die Schließanlage eingebaut. Trotz der fast abgeschlossenen Arbeiten will man sich im Landratsamt nicht auf einen Termin festlegen, wann die ersten Asylsuchenden einziehen. „Da die Zuweisungen von Flüchtlingen in den Landkreis Stendal nicht vorhersehbar sind, kann über den Zeitpunkt einer Belegung gegenwärtig keine Aussage getroffen werden.“ Ebenso wenig will sich der Landkreis festlegen, ob hauptsächlich Familien oder alleinstehende Männer dort untergebracht werden. Das hänge von den Zuweisungen des Landes ab, betont Vogel. Fest steht hingegen, dass die Unterbringung der Flüchtlinge nicht nur eine kurzfristige Übergangslösung ist. Drei Jahre hat sich der Landkreis in das Gebäude eingemietet.

Da sich im Landkreis Stendal heute insgesamt 1448 Asylbewerber befinden und die Zahl steigen wird, werden auch weiterhin Verhandlungen für Unterkünfte in Osterburg geführt. Sollten daraus Vertragsverhältnisse entstehen, will das Landratsamt dies zeitnah bekannt geben. Etwa 250 Flüchtlinge sollen in der Einheitsgemeinde unterkommen.

Von Ronny Kauerhof

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