Ortschaftsräte der Einheitsgemeinde bislang uneinig

Doppelte Straßennamen in Osterburg: „Wir verlieren ein Stück Identität“

+
Düsedaus Ortsbürgermeister Oliver Rüdrich bedauert, dass der Name der Ortschaft bald aus den Postadressen der Einwohner verschwinden wird, wenn es zu Umbenennungen kommen sollte.

Osterburg – Die notwendige Umbenennung von Straßennamen in der Einheitsgemeinde Osterburg polarisiert weiterhin. Dies wurde auch auf einer kürzlich in Düesedau abgehaltenen Einwohnerversammlung deutlich, in der Bürger Kritik an den geplanten Umbenennungen übten.

In einigen Ortschaftsräten gab es bisher noch keinerlei Vorschläge für mögliche neue Namen.

„Wir verlieren ein Stück unserer Identität“, formuliert Düsedaus Ortsbürgermeister Oliver Rüdrich deutliche Worte, um zu beschreiben, wie sich viele Düsedauer fühlen würden. Es geht ihm nicht zuletzt darum, dass die Namen der Ortschaften bei einer Änderung der Postadresse komplett verschwinden würde. „Der Ort würde dann in allen Ortschaften Osterburg lauten. Die Ortschaften wären als Adresse nicht mehr existent.“

Eine Antwort auf die Frage, ob es eine mögliche Alternative zu der Umbenennung gibt, hat Düsedaus Ortsbürgermeister nicht. „Wenn wir die hätten, wären wir schon einen großen Schritt weiter.“

In den Ortschaftsräten herrscht beim Thema Umbenennung Uneinigkeit. Während beispielsweise aus Königsmark schon Vorschläge gekommen sind, wie man Straßen künftig benennen könnte, vertritt man laut Rüdrich beispielsweise in Wals-leben eine ähnliche Position wie in Düsedau und lehnt die Umbenennung ab.

Die Einheitsgemeinde Osterburg ist allerdings dazu vepflichtet, zu reagieren und Doppelungen von Namen abzuschaffen. Deshalb hat der Stadtrat die Ortschaftsräte darum gebeten, Vorschläge für neue Namen zu machen.

Nach derzeitigem Stand plant die Osterburger Stadtverwaltung, Namen dort zu ändern, wo jeweils die wenigsten Anwohner betroffen sind.

Neben der rechtlichen Verpflichtung gibt es auch weitere handfeste Gründe, die aus Sicht der Einheitsgemeinde dafür sprächen, die Doppelungen zu vermeiden, da es regelmäßig vorkomme, dass Postesendungen nicht an die richtige Adresse gesendet würden. Auch müsse unbedingt vermieden werden, dass Rettungskräfte im Einsatzfall nicht genau wissen, wo genau sie gebraucht werden.

In die Tat umgesetzt werden die Umbenennungen frühestens nach der im Mai anstehenden Kommunalwahl.

VON TOBIAS HENKE

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare