„Es wurden Fehler gemacht“

Doppelte Straßennamen in Osterburg sollen wegfallen

+
Bürgermeister Nico Schulz (links im Vordergrund) bei der Enthüllung eines neuen Straßenschildes mit Ortsbürgermeister Klaus-Peter-Gose kennt die Probleme, zu der die doppelten Straßennamen führen.

Osterburg – Es ist ein emotionales und auch kontrovers diskutiertes Thema – die doppelten Straßennamen in der Einheitsgemeinde Osterburg. Eine Zeit lang schlief das Thema ein, doch dann machte der Landkreis Druck auf die Einheitsgemeinde, sich der Sache wieder anzunehmen.

In den kommenden Jahren sollen die Dopplungen verschwinden, insgesamt geht es dabei um 21 Straßennamen. Manche gibt es in der gesamten Einheitsgemeinde zweimal, die Dorfstraße dagegen kommt gleich zwölf Mal als Straßenname vor.

„Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass bei der Gründung einer Einheits- oder Verbandsgemeinde doppelte Straßennamen abgeschafft werden. Dies ist in Osterburg nicht geschehen. Es wurden Fehler gemacht“, so Bürgermeister Nico Schulz (CDU) im AZ-Gespräch.

Die Folgen der doppelten Namen können dramatisch sein. So berichtet der erste Bürger der Stadt von einem ihm bekannten Fall, bei dem ein Rettungswagen die falsche Adresse angesteuert hat. Verstärkt wurde die Problematik seiner Meinung nach durch die Digitalisierung. „Wenn Sie etwas im Internet bestellen, haben Sie nicht die Möglichkeit, einen Ortsteil als Zusatz zur Adresse anzugeben.“

Laut Schulz habe nach Gründung der Einheitsgemeinde „der politische Wille gefehlt“, das Thema anzugehen. Seit 2017 komme wieder Bewegung in die Sache, weil der Landkreis die Einheitsgemeinde aufgefordert habe, das Problem der doppelten Straßennamen anzugehen. Den Anfang wird der Ortsteil Königsmark machen.

Hierfür hat der Ortschaftsrat bereits Vorschläge für die Umbenennung gemacht. Die drei Namen Rohrbecker Weg, Hauptstraße und Am Mühlenberg gibt es auch in anderen Ortsteilen, wobei der Rohrbecker Weg seinen Namen vermutlich behalten darf. Laut Schulz wird darüber nachgedacht, dass immer die Straße ihren Namen behalten darf, wo die meisten Anwohner leben. Den Rohrbecker Weg gibt es in Königsmark und Walsleben. In Königsmark leben dort 32 Einwohner, in Walsleben sind es dagegen nur zwei.

Das Meinungsbild in der Bevölkerung ist laut Bürgermeister Schulz sehr gespalten. „Ich bekomme sowohl Zuschriften und Anrufe, dass sich möglichst schnell etwas tun soll, als auch solche, in denen die Auffassung vertreten wird, dass es nicht nötig sei, Straßen umzubenennen.“ Die Emotionalität der Thematik sei ihm sehr bewusst. Für viele seien die Namen der Straßen schließlich ein Stück Heimat. Er wolle durch einen regelmäßigen Dialog mit den Anwohnern Lösungen finden.

Sollte es in diesem Jahr noch zu Beschlüssen kommen, Straßen umzubenennen, werden diese noch nicht umgesetzt. „Nicht zuletzt mit Blick auf die Wahlen in diesem Jahr, wäre es nicht zielführend, Straßen kurz zuvor umzubenennen.“ Ab Januar 2020 soll dies geschehen.

VON TOBIAS HENKE

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare