Stadt will Beteiligung von Bürgern an politischen Prozessen erhöhen

Die Jugend mit einbinden

Osterburger Gymnasiasten packten vor zwei Jahren Pakete für einen wohltätigen Zweck
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Die Stadt möchte erheben, in welcher Form sich Jugendliche (hier ein Bild einer karitiativen Aktion von Osterburger Gymnasiasten) in der Biesestadt künftig an politischen Prozessen beteiligen könnten.
  • Tobias Henke
    VonTobias Henke
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Gerade erst hat der Stadtrat der Hansestadt Osterburg beschlossen, dass Sitzungen des Stadtrates künftig online übertragen werden (die AZ berichtete). Bürgermeister Nico Schulz (FW) hofft, dass sich dadurch mehr Bürger für Kommunalpolitik interessieren und sich künftig stärker einbringen. „Natürlich richtet sich das Angebot nicht zuletzt an junge Menschen.“

Schulz hofft, dass der ein oder andere sich vielleicht dazu entschließt, selbst für den Stadtrat zu kandidieren, wenn er Sitzungen live verfolgen kann. Zukunftsmusik bleibt vorerst die Möglichkeit, ein Jugendparlament einzurichten. Osterburgs Bürgermeister hatte diese Idee in einer Stadtratssitzung im vergangenen Jahr erwähnt, jedoch gleichzeitig betont, dass es sich lediglich „um einen Arbeitstitel“ handele. Konkrete Pläne gibt es in dieser Richtung noch nicht. Ob diese Option tatsächlich in Erwägung gezogen wird, hängt von einer Umfrage ab, die in Kürze gestartet wird.

„In Zusammenarbeit mit der Kleinstadtakademie werden in Kürze Interviews gestartet, in denen der Bedarf ermittelt werden soll, den Jugendliche und junge Erwachsene bei der politischen Beteiligung sehen“, informiert Anke Müller, Leiterin des Amtes für Verwaltungssteuerung und Demografie auf Anfrage. Bei der Kleinstadtakademie handelt es sich um ein bundesweites Förderprogramm, mit dem in kleineren Städten Projekte angestoßen werden sollen. „Unter Mitarbeit der Stadt werden die Interviews von professionellen Sozialwissenschaftlern geführt“, so Müller weiter. Dabei werden die Teilnehmer in zwei Gruppen geteilt. Zum einen Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 20 Jahren. Und bei der zweiten Gruppe handelt es sich um junge Erwachsene Anfang 20. „Die weiteren Schritte der Stadt hängen von dieser Befragung ab“, so Müller. „Wenn dann dabei herauskommt, dass ein Jugendparlament gewünscht wird, dann kann es sein, dass dieses gebildet wird.“ Andere Möglichkeiten könnten etwa ein Jugendbeirat oder ein Jugendbeauftragter bei der Stadtverwaltung sein. „Wir erheben den Bedarf, damit es keine Totgeburt wird. Es würde ja nichts bringen, wenn wir einfach irgendetwas entscheiden und dann gibt es dafür keinen Bedarf.“ Da das Projekt zur Erhebung der Daten noch ausgeschrieben wird, werde es allerdings noch etwas dauern, bis die Ergebnisse feststehen. Über die Klein-stadtakademie war auch die Idee entstanden, das Portal „Sag‘s uns einfach“ zu installieren, was seit dem Bestehen rege von Bürgern genutzt wird.

Die Osterburger Verwaltung hat jedoch nicht nur Jugendliche und junge Erwachsene im Blick, sondern wünscht sich generell, dass sich Bürger stärker zu Wort melden. In der jüngeren Vergangenheit war dies nur temporär passiert, etwa beim Protest von Anwohnern gegen das geplante Wohngebiet an den Werderwiesen oder auch in Form von Unmutsäußerungen von Garagenbesitzern, die Sorge haben, dass ihre Garagen mittelfristig verschwinden werden.

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