Optimistische Bevölkerungsprognose der Einheitsgemeinde

Stadt sieht Trendwende

Die Fuußgämngerzone der hansestadt osterburg ist nur die Stoßzeiten stark frequentiert
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Blick in die Breite Straße: Laut den Zahlen der Einheitsgemeinde Osterburg wird der Schwund an Bevölkerung bis zum Jahr 2030 aufgehalten. Das Statistische Landesamt geht von einem deutlichen Rückgang aus.
  • Tobias Henke
    VonTobias Henke
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Osterburg - Im Hauptausschuss wurde am Dienstagabend erneut über den Flächennutzungsplan diskutiert und dieser mehrheitlich verabschiedet. Kritische Nachfragen gab es von Jürgen Emanuel (Die Linke), die Prognose zur Bevölkerungsentwicklung infrage stellte, da die Stadt hier deutlich höhere Zahlen als Grundlage nimmt, als es das Statistische Landesamt macht.

„Ich habe auch deshalb dem Flächennutzungsplan nicht zugestimmt, so Emanuel gestern gegenüber der AZ. Für 2030 wird im „Integrierten Stadtentwicklungskonzept“ der Hansestadt Osterburg eine Zahl von 10008 Einwohnern in der gesamten Einheitsgemeinde prognostiziert. Das Statistische Landesamt rechnet dagegen nur mit 8789 Bürgern für das Jahr 2030 und somit 1219 Bürgern, die dann voraussichtlich in der Einheitsgemeinde leben werden. „Das ist schon eine ziemliche Differenz“ meint Emanuel, der aufgrund der Zahlen auch die Vorhaben für den Bau mehrerer Wohngebiete kritisch sieht.

Genau an diesem Punkt setzt auch Einheitsgemeindebürgermeister Nico Schulz (FW) an, jedoch in die entgegengesetzte Richtung wie Linkenpolitiker Emanuel. „Wir sind nicht verpflichtet, auf die Zahlen des Statistischen Landesamtes zurückzugreifen. Laut Schulz hätten diese sich in der Vergangenheit häufig als zu niedrig erwiesen.

Man muss sich auch fragen, ob man optimistisch in die Zukunft schaut oder pessimistisch“, meint Schulz, der somit attestiert, dass es sich bei den Zahlen der Stadt um eine positive Prognose handelt. Die Zahlen sind Grundlage für die städtebaulichen Planungen der Einheitsgemeinde. „Würden wir niedrigere Zahlen zugrunde legen, könnten wir weniger bauen als wir es jetzt tun“, gibt Schulz unumwunden zu. Man wolle Osterburg zukunftsfähig machen.

Die Nachfrage für neue Wohngebiete sei definitiv vorhanden. Dies würden ihm lokale Kenner der Branche wie Immobilienmakler oder Bauunternehmer auch immer wieder bestätigen, sagt Schulz. Außer von Emanuel gab es bei den Beratungen keine generellen Einwände gegen den 2. Entwurf des Flächennutzungsplans. Sollte auch der Stadtrat dem Entwurf zustimmen, wird es eine erneute öffentliche Auslegung geben und Bürger hätten dann die Gelegenheit, Einwände zu machen. Über diese müsste anschließend erneut der Stadtrat beraten, ob sie in den Plan eingearbeitet werden.

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