Für 2022 wird mit einem Minus von rund 1,7 Millionen Euro gerechnet

Stadt muss Gürtel enger schnallen

Die Verwaltung in Osterburg muss sparen, um ein Defizit zu vermeiden.
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Im biesestädtischen Rathaus muss der Rotstift angesetzt werden, da die städtischen Einnahmen Prognosen zufolge deutlich einbrechen werden.
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Die Coronapandemie geht auch am Osterburger Stadtsäckel nicht spurlos vorbei. Für 2022 rechnet Stadtkämmerer Detlef Kränzel mit einem Defizit von 1,73 Millionen Euro, wie er den Mitgliedern des Finanzausschusses am Dienstagabend mitteilte. Geplanten Einnahmen von knapp 15,9 Millionen Euro stehen demnach Ausgaben von gut 17,6 Millionen Euro gegenüber. Einer der Gründe, warum mit dem deutlichen Defizit gerechnet wird, ist, dass ein deutlicher Rückgang bei den Gewerbesteuereinnahmen erwartet wird.

Osterburg – Die größte Herausforderung, die die Kämmerei derzeit hat und die noch gelöst werden muss, benannte Kränzel in seiner Präsentation am Dienstagabend auch: Bei der Investitionsplanung soll das aktuell negative Saldo auf mindestens Null reduziert werden. Wie dies geschehen kann, ist zurzeit noch offen.

Mit einem dramatischen Einbruch rechnet der biesestädtische Stadtkämmerer bei den Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Während in einer ersten Planung 4,1 Millionen Euro an zu erwartenden Einnahmen veranschlagt wurden, sind es aktuell nur drei Millionen Euro, mit denen die Stadt kalkuliert. In der Vergangenheit war es mehrfach vorgekommen, dass die grundsätzlich sehr schwer zu kalkulierenden Gewerbesteuereinnahmen im Nachhinein deutlich höher ausfielen als zunächst kalkuliert. Es könnte auch für 2022 erneut passieren, dass am Ende mehr Geld in die Stadtkasse fließt, als zunächt erwartet.

Da sich die Kreisumlage, die alle Kommunen an den Landkreis zahlen müssen, nach der jeweiligen Wirtschaftskraft richtet, muss die Hansestadt Osterburg im kommenden Jahr etwas weniger zahlen als zunächst kalkuliert. Statt 3,618 Millionen sind es 3,442 Millionen, die hier aufgebracht werden müssen. Auch die Zuwendungen durch das Land Sachsen-Anhalt richten sich nach den jeweiligen wirtschaftlichen Kennzahlen. So hat die Hansestadt Osterburg mit einem Zuschuss von 500 000 Euro durch das Land Sachsen-Anhalt für 2022 gerechnet, die Summe wird sich jedoch auf 929 000 Euro belaufen. Bei Kreisumlage und den zugewiesenen Finanzmitteln durch das Land wird die Kommune somit um rund 600 000 Euro entlastet. An welchen Stellen die Verwaltung den Rotstift ansetzt, um die angestrebte schwarze Null doch noch zu erreichen, ist noch nicht entschieden.

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